Turnverein Balsthal

Visionen unseres Oberturners

Steigende Gewaltbereitschaft an Schulen, überhandnehmende Jugendkriminalität, Jugend-Gangs, explosionsartige Verbreitung der Softdroge Haschisch, planloses "Rumhängen", Interessenlosigkeit, Jugendarbeitslosigkeit, aufständiges Benehmen gegen alles,...

Alle diese aufgeführten Schlagwörter sind Erscheinungen unserer Zeit. Unsere Jugend wird überflutet von Beschäftigungsmöglichkeiten. Egal ob Inline-Skating, Streethockey, Snowboarding. Sie können sich aussuchen, was sie als nächstes ausprobieren wollen. Nichts bleibt ihnen vorbehalten, da die Eltern das nötige Kleingeld besitzen. Das einmal ausprobieren und wenn es nicht mehr "cool" oder zeitgemäss ist, wird sofort auf einen neuen Trend gesetzt. "Unsere Jugend ist grösstenteils nicht mehr fähig, ein Ziel zu verfolgen!"

Fitness-Center, Aerobic-Videos, Hometraining vor dem Fernseher. Mir fällt auf, dass diese "Sportarten" immer in Isolation - also alleine - ausgeübt werden. Kein Wunder ist die kommende Generation nicht mehr gesellschaftsfähig! Der Ausdruck "Gesellschaft" wird heutzutage anders definiert: gleichgesinnte Zeitgenossen schliessen sich zu einer rein sachlichen Gemeinschaft zusammen. Verliert man das Interesse an der gemeinsamen Beschäftigung, wird diese "Gesellschaft" aufgelöst und man sieht sich nach Neuem um. Konsumieren statt produzieren - dies ist leider für viele Mitmenschen zum Alltag geworden.

Diese Modeerscheinung fühlen nicht nur die Lehrer an den Schulen, nein, auch die zahllosen Vereine in der Schweiz spüren, dass die Jugend von heute mehr und mehr auf den Individualismus setzt. Auch in unserem Turnverein sind Ansätze zu diesem Trend auffindbar.

Zitat aus: "Führe richtig" Handbuch für Vereine, STV 1989:
Der Verein ist eine Interessengesellschaft d.h. ein Zusammenschluss von Personen zur Ausübung gleichartiger Interessen. Der Verein ist somit keine geschlossene Gesellschaft. Er ist heute viel mehr ein Dienstleistungsunternehmen, weiches sein Angebot auf die Bedürfnisse seiner "Kunden" ausrichtet. Struktur und Aufgaben eines Vereins sind demnach von den Interessen seiner Mitglieder abhängig. Tradition, geografische Lage, Grösse des Einzugsgebietes, Altersstruktur, Geschlecht, Infrastruktur usw. bestimmen die Interessen.

Mir liegt viel daran, dass unser Verein nicht nur heute top ist, sondern auch noch in zwanzig Jahren, wenn der Schritt zur vollkommenen Isolation der Gesellschaft sicherlich noch weiter fortgeschritten ist.

Wie können wir - die Vereinsleitung und die Leiter in den verschiedenen Riegen - uns diesem Problem stellen? Wo sind unsere Stärken und wo liegen unsere Schwächen? Alles Fragen, die wir uns stellen müssen, damit wir unseren Verein auch in zwanzig Jahren noch mit Freude anfeuern können, wenn es darum geht, sportliche sowie zwischenmenschliche Höchstleistungen zu vollbringen.

Unser Verein soll mehr sein, als eine Anlaufstelle für sportliche Leistungen. Klar bringen extreme Leistungen und die Gewissheit bis an die Grenzen gegangen zu sein, die Menschen einander näher. Aber die wirklichen Trümpfe liegen in den gesellschaftlichen Anlässen; eine Vereinsreise, ein gemeinsames Bräteln mit den Angehörigen (fördert das Verständnis zwischen Familie und dem Verein) sowie das Realisieren gemeinnütziger Anlässe. Ich glaube, in Zukunft wird der Verein andere Bedürfniss decken, als er dies in den letzten zwanzig Jahren getan hat.

Nehmen wir diese Herausforderung an und stellen wir uns unseren Problemen ...

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