Turnverein Balsthal

Jahresbericht 2004 des Oberturners

Das Turnerjahr 2004 neigt sich dem Ende und wiederum wird es für mich Zeit zurückzublicken... So begebe ich mich – wie jedes Jahr – in meinen Gedanken an den Jahresanfang. Beim gedanklichen Durchschreiten des Turnerjahres 2004, fallen mir aber zu allererst die Negativerlebnisse auf. War denn das Jahr 2004 so negativ? Eine Frage, die ich mir mehrmals stellte, als ich dieses Schriftdokument verfasste. Ich fordere Euch ebenfalls auf, Euch diese Frage zu stellen. In gewisser Hinsicht dürfen wir das Jahr 2004 sicherlich als „weniger gelungen“ bezeichnen.

- Das Regionalturnfest wurde trotz sportlichem Bestresultat nicht gewonnen, wir wurden „nur“ Zweiter.
- Der Jubiläumsanlass vermochte nicht in allen Beziehungen zu überzeugen
- An der Turnerunterhaltung wurden wir ausgeraubt und für mich persönlich endete der schönste Anlass im Jahr mit einem unfreiwilligen Spitalaufenthalt und einer fünfwöchiger Arbeitspause.
- Der Coop-Samichlaus konnten wir nur dank grosser, externer Hilfe durchführen.

Diese vier, oben genannten Punkte liessen die Fahnen der Vereinsleitung – vor allem des Vorstandes – eher auf Halbmast stehen, statt stolz und selbstbewusst im Winde flatternd. Immer und immer wieder wurde uns der Wind aus den Segeln – oder eben aus den Fahnen – genommen. Da ein Rückschlag, dort verbaler Angriff und immer diese Rechtfertigungen, es war nicht gerade aufbauend. Zeitweise kam ich mir vor, als ob ich in einem Selbstverteidigungskurs wäre, nicht in einem Turnverein. Waren wir in den letzten vier Jahren zu schnell wie Phönix aus der Asche gestiegen? Erfolg stärkt, zu viel Erfolg kann aber auch schwächen. Irgendwann im September hat es mir dann sämtliche Motivation geraubt und ich musste einfach weg; weg vom Turnverein – und das ich? Selbst von mir überrascht, packte ich die Sachen und einige Freunde zusammen und so pilgerten wir gemütlich über den Gotthard – zu Fuss versteht sich!

Auf diesem Marsch machte ich mir einige Gedanken. „Bin ich zu lange in meinem Amt?“, „Braucht es neuen Wind im Verein?“ Dies sind nur zwei Plagegeister, die mich über das „Herz der Alpen“ beschäftigten. Endlich in Airolo angekommen, waren alle Bedenken und Negativerlebnisse wie weggeblasen – ich muss sie wohl irgendwo zwischen der Passhöhe und dem Endpunkt unserer Wanderung verloren haben. Zurück in der Heimat hatte ich wieder Mut und Motivation und der Turnverein erschien für mich wieder im alten, gewohnten Licht.

Nun habe ich aber wirklich genug über mich geschrieben. Es wird Zeit Euch liebe Vereinsmitglieder, Leiter,
Vereinsleitungskolleginnen und -kollegen in den Vordergrund zu stellen! Wie oben bereits genannt, kann man das Vereinsjahr so oder so anschauen. Ich möchte das Turnerjahr 2004 jetzt aber viel lieber „oder-so“ anschauen:

- An der Fasnacht sorgten unsere drei Cliquen dafür, dass der TVB auch in der närrischen Zeit für viel Aufregung verantwortlich war.
- Die Osterparty war ein voller Erfolg und erfreute viele Kinder und Eltern.
- Im Trainingsweekend über Pfingsten wurde nicht nur von der Turnerfamilie geredet, sondern sie wurde ein
Wochenende lang gelebt!
- Mit der Neueinkleidung des Vereins durften wir bereits zum dritten Mal seit der Gründung eine neue „Uniform“ in Empfang nehmen. Nun können wir mit Stolz unseren Namen und unseren Geist, der im Verein herrscht, gegen aussen präsentieren.
- Das Regionalturnfest war für mich der beste Beweis, dass wir als Einheit an die sportlichen Events reisen. Bereits beim gemeinsamen Einturnen spürte ich einen unheimlichen Willen und die starke Identifizierung mit den drei Buchstaben „TVB“ bei jedem Einzelnen! Die erbrachten Leistungen und gegenseitigen Anfeuerungsrufe unterstrichen mein Gefühl.
- Unsere LMM-Jungs starteten an der Schweizermeisterschaft eine Kategorie höher und erreichten den 5. Rang trotz relativ geringem Trainingsaufwand!
- Reto Dietiker war auch im Jahr 2004 eine Klasse für sich und erlief sich zwei Schweizermeistertitel! Bravo Reto!
- Die Aktiv-Handballer konnten wieder einen Turniersieg feiern!
- Bei den Geräteturnern qualifizierten sich 7 Turnerinnen und Turner für die Schweizermeisterschaften. Martina Fuhrimann erturnte sich trotz Leitertätigkeit und wenig Trainingsmöglichkeiten den hervorragenden 7. Rang bei den Seniorinnen.
- Mit 10 Programmen durften wir an der Turnerunterhaltung einen neuen Rekord feiern und zeigten dem Publikum unsere Breite auf eindrücklichste Art und Weise.
- Die Vereinsversammlung beschloss die Schaffung der beiden neuen Ressorts Teamaerobic und Volleyball und zeigte damit, dass das weibliche Geschlecht in unserem Verein willkommen ist.
- Der Samichlaus-Brauch ist auch nach über 100 Jahren immer noch ein hochangesehener und schöner Anlass. Dies bewiesen die vielen, vielen Zuschauer in der Herrengasse.

Und nicht vergessen will ich natürlich:
- Nach vielen, vielen Jahren wird nun endlich die Dreifachsporthalle und der mehrfachnutzbare Kulturraum gebaut. Dies ist sicherlich das grösste Ziel, das wir im Jahr 2004 erreicht haben. Unser Verein – namentlich Matthias Baumgartner, Pascal Flückiger und Pascal Straub – hat mit grossen Einsatz dazu beigetragen, dass das Pro-Aktiv- Komitee seine Ideen in der Bevölkerung verbreiten konnte, was dann auch zum Abstimmungssieg führte.

Sicherlich könnte ich diese Liste noch beliebig weit ausbauen. Ich glaube aber, liebe Turnkolleginnen und -kollegen, Ihr wisst selber, was ihr in diesem Jahr alles geleistet habt. Nicht nur, dass ihr Woche für Woche in der Halle oder auf dem Platz „dem schönsten Sport“ nachgeht. Nein, auch die unzähligen Arbeitseinsätze am Chlusermäret, Osterparty, Jubiläumsfest, Moos-Fest, Tela-Cup, Schnäuscht Bauschter, Gasteinsatz bei der Konkordia, Gemeinütziger Anlass, Turnerunterhaltung, Samichlaus, Abschlussparty... seien an dieser Stelle erwähnt. Es ist in der heutigen Zeiten nicht mehr selbstverständlich, dass dies alles klappt – schön, klappt es bei uns noch!

Eigentlich habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen, dass ich nicht so viel schreibe... Vielleicht klappt es ja beim nächsten Jahresbericht!

Ich möchte Euch allen danken, dass ihr trotz einigen Rückschlägen immer noch so motiviert und beherzt im Turnverein Balsthal tätig ward. Wo gearbeitet wird, fliegen Späne und manchmal geht ein Span auch ins Auge. Das haben wir in diesem Jahr gelernt. Für das nächste Jahr wünsche ich allen Turnerinnen und Turnern, Leiterinnen und Leitern, Aktiv-, Frei- und Ehrenmitgliedern, sowie unseren Jüngsten viel Mut, Motivation und Freude an unserem schönen und erfolgreichen Verein!

Und ganz zum Schluss möchte ich mich nochmals ganz persönlich an Euch wenden: „Mein kleiner Unfall an der Turnerunterhaltung hat mir zwar im allerersten Moment sämtliche Lichter gelöscht, später ging mir aber ein Licht auf. Ich bin wirklich froh, dass ich mit so guten und ehrlichen Menschen zusammenarbeiten darf. Die Betroffenheit vor Ort, die Besuche im Krankenhaus und die Unterstützung von allen Seiten haben mir viel Kraft gegeben! Besten Dank Euch allen. Ich wünsche Euch und Euren Familien schöne Festtage, einen guten Rutsch ins 2005 und vor allem Gesundheit.“

 Logo Turnverein Balsthal