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Glarner-Bündner Turnfest- Wohl das Turnfest unter den Turnfesten!

Turnfestvorbereitung
Dass ein Turnfest einen Oberturner sehr auslastet, habe ich in den vergangen Jahren bei Kurt Niederberger gelernt, dass es aber so intensiv sein wird, hätte ich nie gedacht. Stunden über Stunden sass ich hinter dem Computer und habe Daten eingegeben, abgeändert, abgeändert und nochmals abgeändert. Zusagen, Absagen, Mutationen und am Schluss noch die SBB-Problematik, doch dazu später...

Freitag, 22. Juni 01
Ein chaotischer Tag kam auf mich zu. Überall noch etwas abholen, telefonieren, ins Trainings hetzen und vor den Leuten einen einigermassen gelassenen Eindruck machen, das war nicht gerade einfach. Schlussendlich war ich froh, die gesetzten Ziele erreicht zu haben und müde ins Bett zu klatschen.

Samstag, 23. Juni 01
05.30 Uhr: Viel zu früh riss mich mein Wecker aus den Träumen. Duschen, Essen, die Checkliste nochmals gelesen und schon bald machte ich mich auf den Weg nach Balsthal.
06.15 Uhr: Als ich am Bahnhof ankam wurde ich schon von einigen Mitgliedern lautstark empfangen. Die mühsame Vorbereitung zu Hause im Büro machte sich an diesem Morgen bezahlt: ohne grosse Probleme konnte ich die Billette verteilen und eine erste Inforunde starten. Als dann alle in das überfüllte Postauto einstiegen, vermisste ich schon die erste Person - unser Präsi hat das Infoschreiben falsch verstanden und wollte mit dem Kleinbus nach Näfels reisen. Schlussendlich reichte es ihm doch noch den Schnellzug in Oensingen abzufangen und mit uns ans Turnfest zu reisen. Die Zugfahrt verging eigentlich recht schnell, einzig die Kontrolleure waren eindeutig überfordert bei ihrer Arbeit. Das Kollektivbillett bis Aarau, das ab Aarau in der Festkarte inbegriffene Generalabonnement und die konventionellen Generalabonnemente brachten somanchen SBB-Billett-Knipser in Verlegenheit. Als wir dann unser Ziel Näfels erreicht haben, dirigierte uns unser Fähnrich, René Zanetta, zum Festplatz. Schon beim Einmarsch auf das Festgelände wurde uns klar, dass dies ein Super-Turnfest werden würde... Das ganze Festgelände war sehr kompakt und übersichtlich. Nachdem wir uns eingerichtet hatten und ich die Sektion gemeldet hatte, verblieb nur noch wenig Zeit zur Wettkampfvorbereitung. Punkt 11.18 Uhr klinkten wir uns in den "Vereinswettkampf 3-teilig" ein. Kugelstossen, Weitsprung und das Schaukelringeprogramm bildeten unseren 1. Wettkampfteil. Glücklich und zufrieden kehrten alle Athletinnen und Athleten zum Sammelpunkt zurück und man gratulierte einander gegenseitig. Nach einer Pause von fast 1 ½ Stunden stand der 2. Wettkampfteil auf dem Programm. Die Pendelstaffette funktionierte ohne Wechselfehler und mit dem Spungprogramm verblüfften wir einige Zuschauer... Der 3. und letzte Wettkampfteil stand dann ganz im Zeichen des Gegenwinds. Dummerweise traf es genau unsere Wurfdisziplinen und den 1000-Meter-Lauf, beim Team-Aerobic spielte der Wind nicht so eine Rolle. So stark der Gegenwind war, so tief fielen auch unseren Noten aus... Tja, das Wetter kann man leider nicht steuern!
Dann kam die Zeit des Wartens, 3 ½ Stunden wartete ich auf einen Noteneinblick, alles vergebens unsere Noteblätter waren irgendwie nicht mehr auffindbar.

Wettkampfüberblick
1. Wettkampfteil
Weitsprung 6.24 (Viele Turnfest-Neulinge)
Kugelstossen 8.05
Schaukelringe 8.54 (6. beste Note in der Disziplin SR)

2. Wettkampfteil
Pendelstaffette 8.48
Sprünge 9.44 (3. beste Note in der Disziplin SP!!!)

3. Wettkampfteil
Team Aerobic 8.13
Schleuderball 7.80 (sehr starker Gegenwind)
1000 7.03 (Gegenwind auf der Gegengeraden)
Wurfkörper 6.98 (sehr starker Gegenwind)

Zu betonen ist sicherlich auch, dass wir mit Abstand am meisten Turnerinnen und Turner im Einsatz hatten. Gefordert waren für die 1. Stärkeklasse 22 Turner/innen pro Wettkampfteil, wir hatten 32 Turner/innen im Einsatz pro Wettkampfteil. Daraus ergeben sich sicherlich tiefere Noten als wir das aus der Vergangenheit gewohnt waren. In der Vereinsleitung wurde aber entschieden, dass wir dieses Turnfest nützen wollen, möglichst viele Neulinge auf den Geschmack zu bringen. Ich glaube dieses Ziel haben wir eindeutig erfüllt! Schlussendlich können wir mit dem 33. Rang zufrieden sein (38. Vereine in der 1. Stärkeklasse). Für mich war dieses Turnfest ein voller Erfolg.

Samstagabendprogramm
Wie an jedem Turnfest begaben wir uns nach dem Wettkampf ins Festzelt, um das gemeinsame Nachtessen einzunehmen. Besonders schmackhaft war das in Alufolie eingeschweisste Essen nicht, aber dies ist auch nichts Neues. Als dann die in Balsthal bestens bekannte Band "Steirer Man" (Maskenball) aufspielte, hielt es niemand mehr im Sitzen aus. Einigen wurden sogar die Kleider zuviel - die berühmten "Festbank-hochheben-und-runter-mit-den-Kleidern-Szenen" sind an Turnfesten keine Neuigkeiten mehr. An diesem Punkt möchte ich alle Eltern unserer Jungturner/inne beruhigen, vom TV Balsthal war niemand dabei... Der Turnfestabend nahm seinen Lauf und um 05.00 Uhr wurde die Musik auf dem ganzen Festgelände (2 grosse Festzelte, 1 Bierschwemme, 1 Bar, 1 Aussenbühne und zahlreich kleinere Festzelte) ausgeschaltet und allmächlich kehrte Ruhe ein im kleinen Dörfchen Näfels.

Sonntag, 24. Juni 01
Um 07.00 Uhr war es aus mit dem Schlaf, der Speaker hielt es wohl nicht mehr länger aus im Bett und weckte alle auf dem Festgelände verteilten Turnerinnen und Turner mit zum Teil scheusslichen Musikklängen. Allmählich krochen die unterschiedlichsten, vom Turnfest geschädigten, Gesichter zu ihren Schlafsäcken raus. Natürlich wurden sofort die Erlebnisse und Missgeschicke vom Vorabend unter lauten Gelächter ausgetauscht. Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen der Festivität, Jugendvorführungen, Behindertenwettkampf, Fahnenmarsch und Schlussvorführung rundeten das Glarner-Bündner Turnfest 2001 in Näfels ab. Als dann nach und nach die ersten Vereine ihre sieben Sachen packen, hiess es für uns warten, warten, warten und nachmals warten... Irgendwie hat die SBB-Zentrale in Zürich die Distanz Näfels-Balsthal etwas verschätzt. Wir waren nämlich der allerletzte Verein, der in Näfels abreisen konnte. Endlich im Zug sitzend, bekam ich schon wieder die Freudlichkeit der SBB-Billett-Knipser zu spüren. Um genau 20.10 Uhr stiegen alle sehr, sehr müde aber glücklich zum Postauto aus.

Ein sehr schönes Turnfest liegt hinter uns. Ich möchte allen Disziplinenverantwortlichen für ihre Mithilfe und -organisation danken, Ihr habt mir in Näfels ein grosses Stück Arbeit abgenommen. Ebenfalls ein grosser Dank gilt allen Athletinnen und Athleten, alle gaben ihr Bestes und diese Gewissheit, dass jede/r für jede/n kämpfte, schweisste uns im Glarnerland zusammen.

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