Turnverein Balsthal

Die «Haulismatthölle» lebte wieder auf

Am 1. September wurde die Haulismatthalle wieder zur Haulismatthölle. (Foto: Silja Mützenberg)
Der Schnauzevent - die vierte Ausgabe des Handball-Event des TVB - ist Vergangenheit, viele tolle Erinnerungen werden bleiben. Für das Ressort Handball war der Event, der erstmals mit dem Motto «Schnäuze» durchgeführt wurde, ein voller Erfolg. Auch aus sportlicher Sicht, vermochten doch die Heimteams grösstenteils zu überzeugen, allen voran gewann die U16 der HSG Oensingen gleich mit 43:9! Der Höhepunkt war aber das Spiel der ersten Mannschaft des TV Balsthal gegen die PSG Lyss 5. Nach 60 umkämpften Spielminuten durfte der TVB den ersten Sieg im Startspiel feiern. Davon aber später mehr.

Kein durchkommen gab es für Yasmin Studer und die Oensinger FU14 Elite gegen die HSG Nordwest. (Foto: Dimitri Costa)Wie bereits zwei Jahre zuvor, standen auch an diesem Event-Samstag sechs Meisterschaftspartien an. Ab zehn Uhr morgens bis neun Uhr abends stand die Haulismatthalle ganz im Zeichen des Handballs. Den Start machte das FU14 Elite-Team. Die Mädchen der HSG Oensingen waren jedoch den Gästen der HSG Nordwest klar unterlegen. Die jungen Gastgeberinnen gaben im Sommer beinahe sämtliche Leistungsträgerinnen der Vorsaison altersbedingt in die U16 ab. Trotz der körperlichen und technischen Unterlegenheit kämpften die jungen Handballerinnen bis zum Schluss, konnten aber die hohe Niederlage (9:50) nicht verhindern.

Umgekehrte Vorzeichen bei der FU16

Die FU16 mit Samira Rohrbach (Bild) fegte den TV Dagmersellen mit 43:9 aus der Halle. (Foto: Dimitri Costa)Nach dem FU14-Spiel war die FU16 an der Reihe. Und wiederum war die Partie sehr einseitig und bereits früh entschieden. Doch diesmal hatten nicht die Gäste die Nase vorne, nein das Heimteam dominierte die Begegnung zwischen der HSG Oensingen und dem TV Dagmersellen in allen Belangen. Die Mädchen mit Erfahrung aus der Elite-Spielklasse boten Handball vom Feinsten. Bereits nach 15 Minuten führten sie 10:2. Diszipliniert und konzentriert erzielten sie ein Tor nach dem Anderen und gewannen die Partie schlussendlich 43:9. Mit ihrem Sieg läutete die FU16 den erfolgreichen Eventtag ein.

Ein Suhrer im Tor?!

Erfolgreicher Start für Janis Weber (links) und die U17 des TVB. (Foto: Dimitri Costa)Das U17-Team traf in ihrem ersten Saisonspiel auf den HC Ehrendingen. Dabei fiel in den Reihen des TV Balsthal ein Spieler ganz besonders auf: Der Torhüter des Heimteams trug ein Trikot des HSC Suhr/Aarau. Es war dies Janis Weber, neuer U17-Keeper des TVB. Der 15-Jährige durchlief beim HSC Suhr/Aarau die Juniorenabteilung und spielt nun per Doppelspielrecht auch noch beim TVB. Möglich gemacht hatte dies Trainer Andreas Bucher, der mit den Verantwortlichen des HSC nach einer Lösung für die freigewordene Torwartposition suchte  – Stammtorhüter Viktor Pantelic wechselte im Sommer fix zum HSC Suhr Aarau und spielt dort in den Inter- und Eliteteams. Janis hatte dann auch erheblichen Anteil am 39:37-Erfolg gegen die Ehrendinger. Doch auch seine Vorderleute boten ein starkes Spiel, allen voran Joel Müller, der sich für 13 Treffer verantwortlich zeichnete.

Ein Einstand zum vergessen

Die U13 hatte gegen den HSC Suhr Aarau keine Chance. (Bild: Dimitri Costa)Kurioses gab es dann beim vierten Spiel des Tages: Die U13-Partie hätte eigentlich von einem Neu-Schiedsrichter geleitet werden sollen, dieser tauchte jedoch nicht zum geplanten Treffpunkt mit seiner Beobachterin auf. Deshalb sprang TVB-Schiedsrichter Dimitri Costa ein und leitete die Begegnung. Bevorzugt behandelt wurde der TVB allerdings vom «Heimschiedsrichter» nicht. Die Gastgeber hatten gegen die starke erste Mannschaft des HSC Suhr Aarau keine Chance und verloren das Spiel deutlich mit5:49. Lichtblick war Torhüter Michael Hof, der dennoch einige Würfe glänzend parierte.

Glückliche Gesichter gab es jedoch im Foyer des Kultursaals zu sehen. Die Handballer hatten mit Sponsoren und verschiedenen Partnern aus der Region eine Tombola organisiert. Zu gewinnen gab es von Malstiften über Handballshirts und Jacken bis hin zu Reisegutscheinen

Die «Snakes» schlugen im Derby zu

Hans Müller wurde eigens für den Schnauzevent in die Schweiz geholt. (Bild: Dimitri Costa)Die «B-Town Snakes» – wie die zweite Mannschaft des TV Balsthal neu heisst – traf im ersten Saisonspiel auf die neue dritte Mannschaft des HV Olten. Gleich Derbytime also im Saisoneroffnungsspiel! Und die Thaler liessen sich nicht zweimal bitten: Wie von den Begegnungen der beiden Vereine gewohnt, ging es ruppig zu und her. Mit der Hilfe vom speziell engagierten deutschen Gastspieler Hans Müller, der seit einigen Jahren schon keinen Ernstkampf mehr bestritten hat, konnte das «Zwöi» die Partie mit 22:19 für sich entscheiden.

Zum Schluss doch noch einmal knapp

Beim abschliessenden Meisterschaftsspiel der ersten Mannschaft gegen die PSG Lyss traf die Umschreibung Kulisse bestimmt zu. Die über 150 Zuschauer auf den Sitzplätzen am Spielfeldrand sorgten für eine prickelnde, ausgelassene wie auch einmalige Stimmung. Erneut gelang es dem einheimischen Anhang dank Fanklatschen, Paukenwirbel sowie der stimmlichen Unterstützung mit dem rhythmischen „Hopp Bauschtu“ die Halle in einen wahren Hexenkessel zu verwandeln. Die Speaker Fabian Müller und Roger Brunner kommentierten die Partie und trieben Mannschaften und Fans zu Höchstleistungen an. 

Und wie es zu einem Schnauzevent gehörte, zierten Schnurrbärte die Gesichter der Zuschauer und der Spieler (zumindest bei der Mannschaftsvorstellung). Da sich nicht alle Akteure einen Schnauz wachsen liessen, hatte der TVB Kunstschnäuze zum ankleben organisiert. 

Die Showgruppe "Fancy" der Dance Art Academy bot in der Halbzeitpause des Hauptspiels eine tolle Performance. (Bild Silja Mützenberg)Im Mittelpunkt standen aber nicht nur die Handballer. In der Halbzeitpause bot die Dance Art Academy mit der Showgruppe «Fancy» ihr variantenreiches und anspruchsvolles Programm. Hintergrund des Auftritts war der Umzug der Dance Art Academy nach Oensingen und das damit verbundene Crowdfunding-Projekt. Das Ressort Handball des TVB unterstützte die Tanzgruppen und spendeten einen grosszügigen Beitrag an die Kampagne. Im Gegenzug traten die Tänzerinnen mit ihrem Programm in der Halbzeitpause des Spitzenspiels auf und begeisterte das Publikum; Kein einziger Zuschauer verliess die Halle, um sich zu erfrischen, sogar Oliver Kappeler, Schiedsrichter der laufenden Partie blieb in der Halle und sah sich das Spektakel an.

Jonathan "Toni" Bader sicherte mit seinen Paraden dem TVB den Sieg. (Bild: Dimitri Costa)Speziell war aber auch der diesjährige Saisonstartgegner der ersten Mannschaft des TV Balsthal: Die PSG Lyss 5 war nämlich bereits Gegner beim Saisonschlussspiel des TVB in der vergangenen Spielzeit. Damals konnte der TVB die Partie knapp mit 27:26 für sich entscheiden. Und auch in der neuen Saison sah es nach einem knappen Ausgang aus. Kein Team konnte sich entscheidend absetzen, die Mannschaften bewegten sich während der ganzen Begegnung auf Augenhöhe. Den entscheidenden Unterschied machte Torhüter Jonathan Bader mit seinen «Big Saves» gegen die Gäste aus dem Seeland aus. Das «Eis» konnte im ersten Spiel der neuen Saison die ersten beiden Punkte feiern. Der Schlussstand der Partie lautete genau gleich wie der Spielstand der letzten Partie der Vorsaison– 27:26. 

Verabschiedung von drei langjährigen Handballern

Severin Ritz (links) und Andreas Bucher wurden nach dem Spiel verabschiedet. (Foto: Silja Mützenberg)Einen langen Applaus gab es auch unmittelbar danach. Wie es bei grossen Anlässen so üblich ist, durften auch beim Schnauzevent die Ehrungen nicht fehlen. Honoriert wurden die Verdienste von drei ehemaligen Handballern. Severin Ritz stand bereits seit einigen Jahren nicht mehr für den TV Balsthal im Einsatz. Der Torhüter hat als Balsthaler Handballer angefangen, war lange beim TV Solothurn in der 1. Liga und liess seine Karriere beim TV Balsthal ausklingen. «Ich persönlich vermisse vor allem seine lustige, aufgestellte Art und hoffe, er ist an einem Freitag auch bald wieder mal zu einem Bier da», meinte Marc Bruder bei der Laudatio. 

Ebenfalls verabschiedet wurde Andreas Bucher. Nach 15 Jahren im «Eis» musste «Buechi» letzte Saison verletzungsbedingt zurücktreten. Der Flügelspieler versuchte nach unzähligen Knieverletzungen immer wieder, zurück auf die Platte zu kommen, verletzte sich aber jeweils innert kurzer Zeit von neuem. Nach seiner letzten Knieblessur im Training im Oktober 2017 zollte er Tribut und gab seinen endgültigen Rücktritt bekannt. «Buechi» bleibt dem TVB aber weiterhin erhalten, nämlich als Trainer des U15- und des U17-Teams.

Dritter im Bunde der verabschiedeten war Roger Brunner. Der 45-Jährige aus dem Raum Winterthur schloss sich 2009 dem TV Balsthal an. Er agierte beim TVB als Spieler, Trainer und Spielertrainer. Roger brachte dem Team vor allem Härte in der Deckungsarbeit bei. Mit seiner ruhigen Art war er eine Bereicherung für das «Eis» und das «Zwöi».

Kein Anlass ohne Essen

Manuela Geier (Bild), Steffi Abele und Steffi Rhina hatten die Küche im Griff. (Bild: Silja Mützenberg)Wie bei den Events des TVB gewohnt, gab es auch in diesem Jahr wieder ein Abschlussessen: Das Küchenteam um Stephanie Abele, Stephanie Rhina und Manuela Geier kochte für die hungrige Meute Hörnli mit zwei verschiedenen Saucen. Ans nach Hause gehen dachten nach Spiel, Speis und Trank noch lange nicht alle. Das Geschehen verlagerte sich in den zur Bar umfunktionierten Foyer-Teil der Haulismatt, wo mehr als nur ein Schlummertrunk konsumiert wurde. Die letzten verliessen unbestätigter Informationen zufolge erst nach Mitternacht die Halle. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Schnäuze werden angeklebt: Alles ist bereit für das letzte Spiel. (Foto: Silja Mützenberg)Die Speaker Fabian Müller (links) und Roger Brunner boten tolle Unterhaltung. (Foto: Dimitri Costa)Der Schnauzevent war ein Anlass für Gross und Klein. (Foto: Dimitri Costa)Rund 150 Zuschauer säumten den Spielfeldrand in der Haulismatthalle.  (Foto: Silja Mützenberg)Mit diesem Eventbericht endet die regelmässige Berichterstattung der Costas. (Foto: Silja Mützenberg)

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