Turnverein Balsthal

„Die Fitness dürfte besser werden“

Seit 30 Jahren ist der 57-jährige Daniel Flückiger Handball-Schiedsrichter. An einen Rücktritt denkt der gelernte Konditor noch lange nicht.

Daniel Flückiger

Dani Flückiger, sind 30 Jahre Schiedsrichtertätigkeit nicht langsam genug?

Daniel Flückiger: Diese Frage stelle ich mir noch nicht! Solange ich noch Freude habe, aber auch die Leistung stimmt, mache ich als Schiedsrichter weiter.

Trotzdem, 30 Jahre ist eine lange Zeitspanne. Hat sich seit deinen Anfängen im Schiedsrichterdasein wesentliches geändert?

Das bestimmt. Vor allem ist alles viel schneller geworden, die Taktik spielt auch eine viel grössere Rolle. Vielleicht wurden aber die Spiele früher doch härter geführt.

Wie bist du eigentlich Schiedsrichter geworden?

(lacht) Eigentlich durchs kritisieren... (lacht weiter). Also habe ich mir gesagt: Du kannst nicht einfach nur kritisieren sondern musst es besser machen. So habe ich angefangen. Durch gute Leistungen wurden mir bessere Spiele zugeteilt und damit habe ich noch mehr Freude an der Schiedsrichterei bekommen.

Welchen Stellenwert hat die Schiedsrichterei für dich heute?

Einen grossen, schliesslich wende ich sehr viel Freizeit dafür auf

...ist das für dich ein Opfer?

Opfer ist ein grosses Wort und in diesem Fall

eher unangebracht. Entweder du machst etwas mit Freude oder gar nicht.

Regst du dich bei ungenügenden Leistungen deiner Kollegen gross auf?

Früher mehr als jetzt...

...und wie sieht es mit den eigenen Leistungen aus?

Ich betrachte heute meine eigenen Leistungen selbstkritischer. Das hängt auch damit zusammen, dass ich heute als Inspizient tätig bin und viele junge Schiedsrichter betreue.

Man sieht dich auch oft bei Spielen der Balsthaler Teams. Bist du ein richtiger Fan?

So würde ich mich nicht gerade bezeichnen. Ich habe einfach Freude am Handballsport und wenn es zeitlich geht, dann gehe ich hin.

Auf den Spielfeldern wird sehr viel geredet, manchmal auch oft unter der Gürtellinie. Hast du eigentlich eine dicke Haut?

Es kommt immer darauf an, wie man etwas sagt. Man kann mit einem unangebrachten Spruch jeden verletzen, und das muss eigentlich nicht sein.

Was waren die prägendsten Momente in deinen 30 Jahren Schiedsrichterkarriere?

Jene Spiele, wo die Halle voll war, etwa bei Aufstiegsspielen. Solche Momente stimulieren auch uns Schiedsrichter.

Und was erachtest du als verbesserungswürdig für deine nächsten 30 Jahre?

Die Fitness sollte etwas besser werden (lacht erneut). So lange halte ich es aber bestimmt nicht aus! (jpc)

 

 

 

 

 

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