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Der Handball-Event 2016, oder: Als die Halle wieder zur "Haulismatthölle" mutierte

Gegen 200 Zuschauer drängten sich beim Abendspiel in die "Haulismatt-Hölle. (Foto: Chris Buob)
Der Handball-Event 2016 ist Vergangenheit, die vielen positiven Bilder werden bleiben. Auch die dritte Ausgabe des vom Ressort Handball des TV Balsthal organisierten Anlasses war ein voller Erfolg. Einzig im sportlichen Bereich mussten die vielen Zuschauer lange auf ein Erfolgserlebnis der Einheimischen warten. Erst im letzten Spiel rettete die 3.-Liga-Mannschaft des TVB die Ehre der Gastgeber und realisierte den einzigen Tagessieg (23:17). Der Höhepunkt war jedoch ein anderer: Zumindest inoffiziell wurde der Name der Heimstätte nach dem überragenden Zuschauersupport kurzerhand mit einem simplen Buchstabentausch geändert. Davon aber später mehr.

Gleich sechs Meisterschaftspartien standen am Samstag ab zehn Uhr morgens bis abends gegen 20 Uhr den Schaulustigen zur Auswahl. „Der Event bietet die Möglichkeit, einer breiteren Öffentlichkeit den Stand unserer Arbeit zu präsentieren“, umschrieb Marc Bruder, Ressortleiter Handball beim Turnverein Balsthal, den Hauptgrund, der vor sechs Jahren zur Lancierung des Anlasses führte. Am Grundgedanken habe sich nichts geändert. Nur werde den Besuchern immer mehr geboten „Für die Junioren soll es aber auch ein Ansporn sein, selbst einmal vor so grosser Zuschauerkulisse antreten zu können“, so der 31-Jährige weiter.

Spekulationen um den Austausch zweier Buchstaben

Für die Spieler war die volle Halle ein kleines Problem. So mussten die Einheimischen alle Spielzüge mit Gesten statt Worten ansagen. (Foto: Franz Bohnacker)Beim abschliessenden Meisterschaftsspiel der ersten Mannschaft gegen Handball Zurzibiet traf die Umschreibung Kulisse bestimmt zu. Die über 200 Zuschauer, davon allein 170 auf den Sitzplätzen am Spielfeldrand, sorgten für eine prickelnde, ausgelassene wie auch einmalige Stimmung. Erneut gelang es dem einheimischen Anhang dank Fanklatschen, Paukenwirbel, Rätschen-Gesurre sowie der stimmlichen Unterstützung mit dem rhythmischen „Hopp Bauschtu“ die Halle in einen wahren Hexenkessel zu verwandeln. „Ich hätte nicht gedacht, dass bei einem 3.-Liga-Handballspiel eine solche Stimmung herrschen kann“, zeigte sich Reto Uebelhart, Captain der Kluser Fussballmannschaft, beeindruckt.

Es war daher auch keineswegs verwunderlich, dass nach dem Spiel erneut Stimmen laut wurden, den Namen der Balsthaler Dreifachhalle zu kippen. Ganz nach dem Vorbild aus dem Handballverrückten Nachbarland natürlich. Schliesslich bleiben in Deutschland die offiziellen Hallennamen der SG Flensburg-Handwitt (im Norden) und von FRISCH AUF! Göppingen (Süden) bei den Fans meist aussen vor. Stattdessen werden seit Jahren die beiden Hallen liebevoll „Hölle Nord“ und „Hölle Süd“ genannt! Im Falle der TVB-Heimstätte würde die Veränderung ohnehin kurz und schmerzlos ausfallen und lediglich einen einzigen Buchstaben betreffen: Im Wort Halle müsste nur der Buchstabe „a“ mit einem „ö“ ersetzt werden - und schon wäre die „Haulismatt-Hölle“ Tatsache!

U14-Mädchen brachten Halle zum beben

Die vielen Zuschauer beflügelten auch die FU14 Mädchen. Im Bild fliegt die Oensingerin Chiara Gugelmann mit dem Ball Richtung Tor. (Foto: Franz Bohnacker)Wie dem auch sei. Was (noch) nicht ist, wird spätestens beim nächsten Event bestimmt wieder zum Thema. Die spezielle Stimmung war aber nicht ausschliesslich bei der 3.-Liga-Partie spürbar. Bereits bei den vier Begegnungen der Junioren belegten mehr Zuschauer als bei normalen Heimrunden die Bänke. Absoluter Renner war die Partie des U14-Mädchenteams. Nahezu 130 Schaulustige, verteilt auf zwei Sitzreihen, verfolgten das Spitzenspiel der Handball Spielgemeinschaft Oensingen-Balsthal gegen Handball Wohlen. Weil die Mannschaft beim Verband unter dem Namen des Partnervereins Oensingen gemeldet ist, fanden auch viele Anhänger aus der Gäuer Nachbarsgemeinde den Weg ins Thal - und sorgten für zusätzliche Stimmung. Zumindest in der Anfangsphase der Partie. Denn bis zur 12 Minute wussten die Gastgeberinnen die Begegnung auch resultatmässig offen zu gestalten (6:7). Die Halle bebte bei jedem HSG-Treffer, ein lautes Raunen machte sich dagegen bei den vergebenen Siebenmetern breit. Dass das Spiel letztlich klar 10:26 verloren ging war trotzdem Nebensache. Die Tatsache, vor Spielbeginn vom Hallenspeaker dem Publikum einzeln mit Vor- und Namen vorgestellt worden zu sein, war für den Frauennachwuchs Höhepunkt genug. Die teils verlegenen Blicke in Richtung Eltern und/oder Freundeskreis beim Verkünden der Namen sprachen Bände. Beim Handball-Event 2016 standen eben alle im Mittelpunkt!

Balsthaler Team-Aerobic überzeugte

Das Team-Aerobic des TV Balsthal nutzte die Halbzeitpause direkt als Hauptprobe für ihren Auftritt an der Turnerunterhaltung. Die Vorstellung wurde von den Zuschauern goutiert und erhielt tobenden Beifall. (Foto: Chris Buob)Im Mittelpunkt standen aber nicht nur die Handballer. Frauenpower, oder besser Frauengrazie war angesagt. In der Pause des Abendspiels zeigte nämlich das Team-Aerobic des TV Balsthal unter der Leitung von Melanie Fluri ihr variantenreiches und anspruchsvolles Programm. Für die gelungene Darbietung wurden die sechs Frauen vom Publikum mit langem Applaus belohnt. Vielleicht hat ja der Auftritt andere dazu animiert, sich dem Team-Aerobic anzuschliessen. Neuanmeldungen werden gerne entgegengenommen. Ob aber der Spagat-Künstler aus der ersten Mannschaft auf das Angebot der Gruppe (vergleiche Bild und Aufgeschnappt im Matchbericht „Ganz im Zeichen der Zahl Sieben“) eingehen wird, wurde trotz ausgezeichneter Beziehungen des Chronisten zum Angesprochenen (noch) nicht mitgeteilt...

Der Handball-Event 2016 war aber weitaus mehr. Da tat es auch keinen Abbruch, dass sich namentlich die jüngsten Balsthaler Fans auch anderweitig zu vergnügen wussten. Wie etwa U11-Spielerin Adriana Gugelmann, die dem Geschehen auf dem Spielfeld nicht immer folgen mochte und zwischenzeitlich lieber Papierfischli faltete. Oder später statt dem Spiel ihrer Schwester Chiara bei den U14-Mädchen beizuwohnen, sich mit Amira Simon unter dem Podest des Platzspeakers – gezwungenermassen sitzend - beim Ball-gegen-die-Wand vergnügte.

Einmal mehr eine Attraktion: Die Wurfgeschwindigkeitsmessanlage verleitete zu Höchstleistungen. (Foto: Chris Buob)Zum Handball-Event gehörte aber die (obligate) TVB-Fanklatsche, natürlich eigens für den Anlass kreiert und auf dem neusten Stand gebracht. Bebildert war das Hochglanzprodukt erstmals mit den aktuellsten Mannschaftsfotos der acht Teams aus Balsthal und des Partnervereins Oensingen. Auch das Gesurre der Rätschen durfte am Event nicht fehlen, heuer unüberhörbar lauter als in der Vergangenheit. Schliesslich waren die alten, im Laufe der Zeit etwas havarierten hölzernen Lärminstrumenten durch „Nigelnagelneue“ ersetzt worden. Auch die Ecke mit der Geschwindigkeitsmessung war wiederum ein Anziehungspunkt, besonders für die jüngere (Handball-)Generation. Dort durften aber auch die etwas reiferen Besucher ihre Wurfstärke messen lassen. Was auch rege benutzt wurde.

Fussballklubs fällt zweimal auf

Die Fussballer vom FC Klus-Balsthal revanchierten sich mit ihrem Matchbesuch für die Unterstützung der Handballer anlässlich der Aufstiegsspiele zur 2. Liga im vergangenen Juni. (Foto: Franz Bohnacker)Ob auch Fussballer die Ecke Wurfgeschwindigkeitsmessung in Anspruch genommen haben, liess sich nicht mehr rekonstruieren. Fest steht, dass der örtliche Fussballverein mit einer wahrlich imposanten Delegation beim 3.-Ligaspiel ihre Aufwartung bei den Handballern machte. Unübersehbar mit blauer Vereinsjacke, nahm die Fussballfamilie in der Spielmitte Platz und fiel dadurch ein erstes Mal auf. „Das ist unsere Gegenleistung für die tolle Unterstützung der Handballer beim Aufstiegsspiel im Juni. Es ist als kleines Dankeschön gedacht“, erklärte Rolf Zysset, Vorstandsmitglied beim FC Klus-Balsthal den Grossaufmarsch. Die Handballer hatten im Spiel gegen Subingen im Balsthaler Moos mit ebenso grossem

Fokussiert wie eh und je: Der harte Kern der TVB-Anhängerschaft. (Foto: Chris Buob)

 Aufgebot für Stimmung gesorgt und eigens noch für die zweite Halbzeit die bei eigenen Anlässen bestens bewährte Pauke organisiert. Beeindruckt zeigte sich der beim FC für Öffentlichkeit und PR zuständige Zysset vor allem über die raschen Szenenwechsel im Handball. „Hier bekommt man eindeutig mehr Tore zu sehen als bei uns auf dem Sportplatz Moos“, schmunzelte er spitzbübisch.

Den Sieg der Einheimischen feierte die Fussballer-Delegation jedenfalls fast ebenso ausgelassen wie die eingefleischten Handballfans der Gastgeber. Gegenrecht erhielt der Gastverein aus dem gleichen Dorf dafür zwei Stunden später im Kultursaal. Bei der Ziehung der Losgewinner fiel der Fussballklub an diesem Abend ein zweites Mal so richtig auf. Gleich vier der 10 Preise wurden nämlich von Claudine Allemann unter stetig steigender Beifallsbekundung in Empfang genommen. „Mir gehört nur ein Preis“, stellte sie aber gleich klar und nahm so jegliche Spekulationen den Wind aus den Segeln. „Ich habe lediglich die Aufgabe übernommen, mögliche Losgewinne unserer FC-Mitglieder abzuholen.“

Gold für Fabian Müller

Ehre, wem Ehre gebührt. Nach 16 Jahren in Diensten des Ressort Handball tritt Fabian "Ché" Müller nun kürzer. (Foto: Chris Buob)Einen langen Applaus gab es auch unmittelbar danach. Wie es bei grossen Anlässen so üblich ist, durfte auch beim Event eine Ehrung nicht fehlen. Zumal Fabian „Ché“ Müller per Ende Jahr bei den Handballern des TVB – zwar nicht ganz terminkonform aber schon länger angekündigt - etwas kürzer zu treten gewillt ist. Er wird seine offiziellen Ämter im Vorstand daher abgeben (separates Interview folgt). Seit 2001 bekleidete der 37-Jährige im Ressort Handball die verschiedensten Funktionen. Ein offizielles Dankeschön drängte sich daher auf. Im Sport ist es zwar zur Gepflogenheit geworden, abtretende Spieler oder Funktionäre in einer Art Hall of Fame (zu deutsch Ruhmeshalle) aufzunehmen und deren Trikotnummer nicht mehr zu vergeben. Weil aber anzunehmen ist, dass der Kantons- und Gemeinderat auch in Zukunft als Joker bei Bedarf spielend wieder einspringen wird, wurde ihm ein golden bedrucktes Dress mit seiner Nummer 4 als Präsent übergeben. Der Kleiderbügel für das Trikot mit der Nummer 4 ist in der „Haulismatt-Hölle“ zwar reserviert, bleibt aber vorerst verwaist. 

11 Kilo Reis verzehrt

Und noch etwas zum Schluss, aber nicht minder wichtig: Was wäre aber ein Anlass ohne kulinarischen Höhepunkt? Bestimmt kein krönender! Dafür, dass dieser Fall nicht eintrat, sorgten wiederum Bill und Bella Eggenschwiler. Sie zauberten erneut einen hervorragend zubereiteten und vor allem leckeren Risotto. Allein der Umstand, dass kein einziges Reiskorn übrig blieb, war Beweis genug für beste Qualität und bedurfte keiner weiteren Worte. Das in zwei Zubereitungsarten angebotene italienische Traditionsgericht hatte allen (sehr) geschmeckt. Ganze 11 Kilo Risottoreis (ein Kilo mehr als vor zwei Jahren) waren jedenfalls fast im Nu weg. Pech hatte daher jene Person, die sich Hoffnung gemacht hatte, am Schluss noch Risotto mit nach Hause nehmen zu können...

Ans nach Hause gehen dachten nach Spiel, Spiess und Trank sowie Ehrungen noch lange nicht alle. Das Geschehen verlagerte sich in den zur Bar umfunktionierten Foyer-Teil der Haulismatt, wo mehr als nur ein Schlummertrunk konsumiert wurde. Die letzten verliessen unbestätigter Informationen zufolge erst nach zwei Uhr in der Früh die Halle. Entschuldigung, den Begriff Halle verwendete zu diesem Zeitpunkt eh keiner mehr, das Neu-Balsthaler-Wort hiess „Haulismatt-Hölle“.

Das Ressort Handball des TV Balsthal 2016. (Foto: Franz Bohnacker)

 

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