Turnverein Balsthal

Ausgangslage gut, Bilanz durchzogen

S'Eis muss in der Rückrunde wieder als Einheit auftreten, wie hier am Handballevent im November 2016.
Bald beginnt bereits wieder der zweite Teil der Handball-Saison 2016/17. Höchste Zeit also, einen kurzen, mitunter auch kritischen Rückblick auf die Vorrunde der ersten Balsthaler Mannschaft zu tätigen. Denn Licht und Schatten lösten sich im bisherigen Verlauf der 3.-Liga-Meisterschaft ab.

Neun Spiele, 6 Punkte, Platz 8 nach der Hälfte der Meisterschaft! Was aber bedeutender ist: 6 satte Punkte Vorsprung auf den Abstiegsplatz, den derzeit Schupfart einnimmt. Das sieht auf den ersten Blick für die erste Mannschaft des TV Balsthal erfreulich aus. Zumal Trainer Max Geier nicht müde wird, seine eigene Mannschaft als „quasi 4.-Liga-Aufsteiger“ zu bezeichnen, wurde doch in der vergangenen Saison die Relegation aus der 3. Liga erst aufgrund von Aufstiegsverzichten nachträglich wieder rückgängig gemacht.

Überzeugender (Heim-)Start

Auswärts fand der TVB nur selten die Lücke zum freien Abschluss. In Pratteln wurde David Bader gleich von zwei Gegenspielern aufgehalten.Erfreulich, weil namentlich die Auftritte des TVB in den ersten drei Saisonheimpartien (mit ebenso vielen Siegen) doch recht überzeugend ausfielen. Allerdings vermochten die Thaler die Ungeschlagenheit in den abschliessenden zwei Heimspielen nicht mehr aufrecht zu erhalten. Die Leichtigkeit des Heimseins schien dahin, ebenso die defensive Kompaktheit und Einheit. Ärgerlich war zwar die 21:22-Niederlage gegen Wegenstetten, die rückblickend als „nicht zwingend“ eingestuft werden muss. Bezeichnend hingegen die 24:32-Niederlage  beim Heimgastspiel in Oensingen gegen Muttenz, wo der routiniertere Gegner die Mängel des TVB schonungslos aufdeckte.

So erfreulich die ersten drei Heimauftritte ausfielen, so ernüchternd müssen die bisherigen Gastauftritte in fremden Hallen taxiert werden: 4 Spiele, 0 Punkte! Vor allem das negative Torverhältnis von 65:104 spricht Bände. Will das Geier-Team die gute Ausgangslage in der Tabelle und den Ligaerhalt nicht verspielen, so muss im zweiten Teil der Meisterschaft auch auswärts eine deutliche Steigerung erfolgen. Und das gleich von Beginn weg. Denn der Rückrundenstart sieht nämlich mit den beiden Spielen gegen Schupfart (14. Januar in Stein) und Frick (21. Januar) vielleicht vorentscheidende Begegnungen vor.

Zu viele individuelle Fehler

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Defensive. Nicht immer verteidigten die Balsthaler so geschlossen und fair wie hier gegen Zurzibiet.Rechenspiele hin, Statistik her: Insgesamt fällt die Rückschau auf den zweiten Blick doch eher durchzogen aus. Oder anders ausgedrückt: es wäre mehr möglich gewesen. Augenscheinlich das starke Nachlassen nach der fünften Meisterschaftsrunde. Vier Niederlagen in Serie waren die Folge. Viele Automatismen, namentlich im zuvor recht gut harmonierenden Defensivdispositiv, klappten nicht mehr. In der Offensive wirkte der TVB zunehmend stumpf und leicht auszurechnend. Dies allein auf die – zugegeben – immer länger werdende Verletzungsliste zurückzuführen, wäre allerdings reine Augenwischerei. Es waren nämlich vor allem (zu) vielen technischen Fehler, die den Spielfluss hemmten und letztlich ein erfolgreicheres Auftreten verhinderten. Im individuellen Bereich liegt noch viel Steigerungsbedarf!

Ebenso unerfreulich war die grosse Strafenflut, deren sich die TVB-Spieler selbstverschuldet ausgesetzt sahen – vor allem im zweiten Teil der Vorrunde. Mit insgesamt 38 Zeitstrafen sind die Balsthaler einsamer Spitzenreiter der Gruppe 7. Muttenz und Zurzibiet folgen mit je 26 Zeitstrafen. Die fairste Mannschaft ist Leader Birseck mit lediglich elf 2-Minuten-Strafen. Erfolgreiches Verteidigen ist eben nicht mit Aggressivität zu verwechseln. Die vielen Zeitstrafen sollte zu denken geben. In der abschliessenden Vorrundenpartie gegen Pratteln waren gar zwei Spielphasen in doppelter numerischer Unterlegenheit für die Niederlage entscheidend.

"Toni der Grosse" ragte hervor

An ihm führt kein Weg vorbei. Toni "der Grosse" Bader war der Mann der Vorrunde und entschärfte viele freie Würfe wie hier den Siebenmeter gegen Muttenz.Es gab aber auch positive Seiten, die nicht vergessen werden sollten. Zu den TVB-Lichtblicken der Vorrunde gehörte zweifelsohne Goalie Jonathan Bader. Mit insgesamt 138 erfolgreichen Paraden in 8 Spielen war die Abwehrquote (knapp über 50%) von „Toni dem Grossen“ schlichtweg überragend. Seine Leistungskonstanz über die gesamte Vorrunde gesehen ist ebenso beeindruckend. Dass sich der 24-Jährige zuletzt auch noch als Siebenmeter-Killer entpuppte, war ebenso bezeichnend. Zuvor musste er sich diesbezüglich so manch ironische Bemerkung seiner Mitspieler gefallen lassen.

Auf hohem Niveau präsentierte sich auch Marc Bruder im Abschlussbereich. Mit 57 Treffern (das sind 6,33 pro Spiel) liegt er hinter Patrick Neuenschwander (Wegenstetten, 71 Tore) und Roman Brogli (Stein, 67) in der Gruppe 7 an dritter Stelle der Topskorer-Liste. Dabei zog er einzig beim Heimauftritt in Oensingen gegen Muttenz (nur 2 Tore) einen schlechten Tag ein. Mit 38 Treffern nimmt in der Gruppentorliste auch David Bader mit Rang 6 einen beachtlichen Top-10-Platz ein. Bei etwas mehr Konstanz wäre beim „Türken“ sogar eine bessere Ausbeute durchaus drin gelegen. Das gilt allerdings nicht nur für ihn, sondern letztlich für alle TVB-Spieler.

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