Turnverein Balsthal

Interview mit Reto Dietiker, mehrfacher Schweizermeister

Reto Dietiker

Wohnort: Balsthal
Ressort: Läufergruppe LA
Beruf: Sportstudent in Basel
Geburtsdatum: 14. November 1983
Hobbys: Laufen, Sport allgemein, Ausgehen, Computer
Bestzeiten: 1000m: 2’33 (2001), 3000m: 8’35 (2004), 10km Strasse: 32’09 (2003).

Reto, du bist seit einigen Jahren unser Aushängeschild im Mittel- und Langstreckenbereich. Was war dieses Jahr bisher dein grösster Erfolg?
Am 5. Juni durfte ich in Bern am U 23 Länderkampf teilnehmen. Ich startete über 3000m und wurde in der Länderwertung (Schweiz, Österreich, Bayern und Baden – Württemberg) Dritter. Dabei konnte ich meine PB (pers. Bestleistung) um vier Sekunden auf 8.35 verbessern.
Schön war für mich auch, mit dem TVB am Turnfest in Lostorf zu starten und als Thaler den Thalerlauf zu gewinnen.


Thaler-Lauf

Wie bist du eigentlich zum Laufsport gekommen?
Angefangen hat das ganze auch beim Turnverein, und zwar in der Jugi. Ich war dort gut im 1000 Meter Lauf, den wir manchmal noch am Schluss der Turnstunde machten. Bald darauf nahm mein Vater meine zwei Schwestern und auch mich zum Joggen mit. Die ganze Familie wurde vom Lauffieber gepackt, und zusammen starteten wir an Strassen- und Stadtläufen, bald auch an Kantonal- und Regionalmeisterschaften. Zudem haben wir jeweils an den Turnfesten beim 1000er mitgemacht.
Jetzt trainiere ich meistens alleine. Meine Familie, vor allem mein Vater, ist aber an den meisten Wettkämpfen immer noch als Betreuer, Fotograf und (lacht) Fahrer dabei.

Mittlerweile bist du an der nationalen Spitze angelangt. Wie hat sich das ergeben?
So mit 18/19, im Juniorenalter, hat sich das regelmässige Trainieren ausbezahlt, und ich konnte plötzlich nicht nur kantonal, sondern gesamtschweizerisch mithalten.


Länderkampf

Und auch Erfolge feiern! Fasse doch bitte die wichtigsten Ereignisse der letzten zwei Jahre zusammen.
Der grosse Durchbruch war für mich der Schweizermeistertitel als Junior im 5000er vor zwei Jahren. Im Dezember 02 durfte ich dann an der Cross-EM in Kroatien teilnehmen - mein erster internationaler Wettkampf. Dort war die Konkurrenz enorm gross. Ich konnte aber als bester Schweizer Junior nach Hause zurückkehren.
Seit 2003 starte ich in der Kategorie “Espoirs“ (Alter zwischen Junioren und Aktive, wird nur an grossen Anlässen angeboten). In dieser habe ich im letzten September den 2. Rang an der SM über 10 km erreicht, und einen Monat später bin ich Schweizermeister im Halbmarathon geworden.
An vier nationalen Crossläufen, die ich besucht habe, bin ich jeweils bester Espoir geworden. Ein sehr schönes Erlebnis waren auch die Kantonalen Crossmeisterschaften in Welschenrohr. Dort bin ich bei den Aktiven vor Marco Kaminski Kantonalmeister geworden. An der SM bin ich schliesslich 5. geworden. Im Juni fand dann der Länderkampf in Bern statt; aber darüber haben wir bereits gesprochen.


Cross Gettnau

Zum Stichwort Training: Wie sieht bei dir ein durchschnittlicher Wochenablauf aus und für welche Distanzen trainierst du überhaupt?
Also zuerst zur Distanz: Den 1000er, mit dem alles angefangen hat, laufe ich nur noch an Turnfesten oder als Training für weitere Distanzen. Ich habe mich momentan auf die 5000m Strecke spezialisiert.
Pro Woche absolviere ich rund sechs bis sieben Lauftrainings. Es kommt ein wenig auf die „Saison“ an. Dabei mache ich in der Woche ungefähr drei Dauerläufe, ein “Fahrtspiel“ (eine Art Intervalltraining) und trainiere ein- oder zweimal auf der Tartanbahn in Langenthal. Zudem bin ich als Sportstudent auch sonst viel in Bewegung. Das gibt mir Ausgleich und Abwechslung.

Wie sieht der Rest des Jahres aus?
Die erste Saisonhälfte ist abgeschlossen. Das heisst, ich bin jetzt wieder in einer Vorbereitungsphase. Im Juli war ich während zwei Wochen im St. Moritzer Höhentraining. Jetzt im August nehme ich an verschiedenen Bahnrennen teil, als Vorbereitung für den 5000 Meter Lauf an den Schweizermeisterschaften. Im September möchte ich wieder an der 10 km SM und im Oktober an der Halbmarathon SM starten. Danach beginnt mit den Crossläufen bereits wieder die Wintersaison.

Reto, vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg

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