Turnverein Balsthal

Schwache Leistung fürstlich belohnt

Torhüter Toni Bader hielt gegen Ins bärenstark.Samstag, 16. Dezember 2017. Zum Abschluss der Vorrunde und gleichzeitig im letzten Spiel im Jahr 2017 fuhr der TV Balsthal einen wichtigen Sieg ein. Das 27:22 (14:13) gegen den HBC Ins war umso bedeutender, als dass der ans Tabellenende abgerutschte Gegner damit im Abstiegskampf weiter distanziert werden konnte. Eine Offenbarung war der spielerische Gehalt der Partie allerdings nicht, schon gar nicht vom TVB.

Eines sei schon Mal vorweggenommen: In der Oensinger Sporthalle Bechburg standen sich zwei Teams gegenüber, die ihrem Tabellenstand in der hintersten Region der Gruppe 10 durchwegs gerecht wurden. Die Partie lebte zwar von der Spannung und namentlich von den Führungswechseln, spielerisch bewegten sich beide Mannschaften jedoch auf äusserst dürftigem Niveau. Immer wieder schlichen sich beidseits haarstäubende technische Fehler ein. Und auch im Abschluss sündigte man in regelmässigen Abständen – oder um es weniger diplomatisch auszudrücken: scheiterten beide Angriffsformationen immer wieder auf banale Weise. Dass am Schluss die beiden Torhüter – Jonathan «Toni» Bader beim Gastgeber und Patrick Gutknecht bei den Seeländern – sich als die besten Akteure ihrer Teams erwiesen, war bezeichnend.

Nach gutem Start sich schnell verirrt

An Stimmung mangelte es in Oensingen trotz schwachem Spiel nicht.Dabei begannen die Balsthaler die für beide Mannschaften eminent wichtige Partie sehr druckvoll, lagen nach anderthalb Minuten 2:0 und nach knapp fünf Zeigerumdrehungen gar 4:1 in Führung. Danach war der Faden gerissen! Es schlichen sich im Spielaufbau die bereits zuletzt offenbarten technischen Unzulänglichkeiten ein, das Team hatte sich schnell verirrt. Und so war es auch nicht verwunderlich, dass nach dem 5:5-Gleichstand nach neun Minuten die Gäste in der 13. Minute plötzlich 8:5 in Führung lagen. Allerdings erwies sich dies (glücklicherweise) als halb so schlimm, denn die Berner zeigten nahezu die gleichen Schwächen auf, wie der Gastgeber. Ins scheiterte nun einerseits am immer überzeugender aufspielenden TVB-Schlussmann Toni Bader, andererseits aber hauptsächlich am eigenen Unvermögen. Und so lag der TVB ohne sich wesentlich steigern zu müssen zur Pause wieder 14:13 voraus.

Was danach folgte, war für die Gastgeber ein Déjà-vu: Wieder erzielten sie gleich nach Wiederbeginn zwei schnelle Treffer, vermochten aber weiterhin im Spielaufbau nicht zu überzeugen: zu statisch wirkte das Ganze, ohne Tempo, ohne Spielwitz und daher letztlich auch leicht auszurechnen. Trotzdem liefen sie nun kaum mehr in Gefahr, distanziert zu werden, zumal auch die Berner ihr schwaches Spielniveau ebenso beharrlich aufrecht zu halten versuchten. Neben Torhüter Patrick Gutknecht ragte einzig der wendige Bernhard Gugger mit seinen Abschlüssen (sechs Treffer wovon allein deren fünf nach der Pause!) bei Ins noch heraus. Er konnte allerdings die vielen Fehlwürfe aus günstigster Positionen seiner Mitspieler allein nicht kompensieren.

Sechs Minuten genügten zur Wende

Wieder einmal ist David Bader der beste Torschütze des TVB.Das lag aber auch an TVB-Torhüter Toni Bader. Dem Rückkehrer gelang die erste Abwehr zwar erst nach sieben Minuten, in der Folge hielt er jedoch fast im Alleingang seine Mannschaft immer wieder mit vielen gelungenen Abwehraktionen im Spiel. Am Schluss wurden ihm 28 Paraden gutgeschrieben. Und auch wenn einige Interventionen eher die Folge des gegnerischen Unvermögens waren, so war «Toni der Grosse» der erste Erfolgsgarant der Solothurner.

Der zweite war – wieder einmal – David Bader. Dies, obwohl auch dem 22-Jährigen diesmal lange wenig zu gelingen schien und er in der zweiten Hälfte zwischenzeitlich von der Bildfläche zu verschwinden drohte. Doch als Ins nach 49 Minuten mit 21:20 erstmals wieder die Führung an sich riss, war es die Balsthaler Nummer 22, die sich einen Ruck gab und dem Spiel innert nur sechs Minuten die (endgültige) Wende zu versetzen wusste. Lediglich 18 Sekunden nach dem 20:21 glich «der Türke» die Partie zunächst aus (21:21). «Dävu» war auch zwei Minuten später für die neuerliche Balsthaler Führung verantwortlich (22:21) und er sorgte nach 53 Minuten mit einem für ihn typischen Alleindurchbruch für das beruhigende 24:21. Mit seinem vierten Treffer innert nur sechs Minuten setzte David Bader seinem «kleinen Zwischenspurt» mit dem Treffer zum 26:22 dann auch noch die Krone auf. Das Spiel war entschieden, Ramon Rubitschungs Treffer zum 27:22-Schlussstand nur noch Resultatkosmetik.

Zwar muss der Sieg letztlich als verdient taxiert werden, aufgrund der schwachen spielerischen Leistung waren die zwei gewonnenen Punkte jedoch ein wirklich fürstlicher Lohn. In der Tabelle konnte der TVB so sein Polster auf die «heissen» Plätze am Tabellenende auf vier respektive sechs Punkte ausbauen und belegt nun Rang 7. Will man aber in dieser Saison von Überraschungen verschont bleiben, ist dringend eine Steigerung im spielerischen Bereich notwendig.

Nun ruht die Meisterschaft für rund einen Monat. Der TVB greift nach den Feiertagen erst wieder im neuen Jahr in den Spielbetrieb ein. Am Samstag, 13. Januar 2018 geht es nach Zofingen (BBZ, Spielbeginn 17.00) zum punktgleichen Tabellennachbarn TV Zofingen. Die Aargauer stehen aber bereits eine Woche früher im Einsatz und könnten ihren Punktestand ausbauen.

Wie auch immer, im neuen Jahr gilt wieder: B.U.M. - BUUUUUM!

Aufgeschnappt

Marc Bruder (ganz nüchtern): «Wir wollten zwei Punkte und die haben wir nun.»
Max Geier (mit Blick auf die ganze Heimspielrunde): «Ein sehr erfolgreicher Tag für Balsingen. Alle Teams – ausser der FU14 – haben gewonnen.»
Leandro Favaro (zur Leistung seines Torhüterkollegen): «Das war brutal, sackstark Toni!.»
David Bader (auf die Frage, warum er nicht mehr gespielt habe): «Ich hatte in der ersten Halbzeit überhaupt keine Energie, beim ersten Zurücklaufen war ich schon kaputt.»

Telegramm:

3. Liga: „s’Eis“ – HBC Ins 27:22 (14:13).
 Oensingen, Bechburg. – 108 Zuschauer. – SR: Noël Spuler.  – Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Balsthal, 4mal 2 Minuten gegen Ins.

TVB: Jonathan Bader (1.-60./28 Paraden), Kay Stalder (nicht eingesetzt); Mario Babić (4/2), David Bader (7), Simon Bader (1), Marc Bruder (3), Marc Haefeli (2), Silas Roos (1), Cirill Vogel (4), Ramon Rubitschung (4), Aleksandar Petrovic (1), Luis Volken (n.e.), Simon Grolimund (n.e.). – Offizieller: Maximilian Geier.

HBC Ins: Patrik Gutknecht (1.-60./18 Paraden); Timon Gaschen (5), Marvin Gonzalez (2), Bernhard Gugger (6), Lars Gutknecht, Martin Gutmann (2), Matthias Kedros (2), Peter Kedros, (3/1), Yves Ledermann, Markus Tschilar (1), Christoph Wyssa (1).

Bemerkungen: 37. Jonathan Bader hält Siebenmeter von Bernhard Gugger, 40. Mario Babić wirft Siebenmeter neben das Tor. TVB ohne Dimitri Costa, Lukas Scherrer, Michael Rogg und Andreas Bucher (alle verletzt) und Leandro Favaro (überzählig).

/jpc

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