Turnverein Balsthal

Ganz im Zeichen der Zahl Sieben

Der Abwehrchef wird zum Knipser. Kraftvoll setzt sich Silas Roos gegen Dominik Felder (links) und Fabio Stancheris durch. (Foto: Franz Bohnacker)Samstag 12. November: Zu Hause bleibt der TV Balsthal in der laufenden Meisterschaft eine Macht: drittes Heimspiel, dritter Sieg! Der klare 23:17-Erfolg gegen die SG Handball Zurzibiet vor einer stimmungsvollen Kulisse widerspiegelte die wahren Stärkeverhältnisse der beiden Teams. Allerdings bekundete der TVB jeweils zu Beginn der beiden Spielhälften einige Mühe, den Tritt zu finden. Dabei spielte die Zahl Sieben eine wichtige Rolle. Für einmal war es nicht die verflixte Sieben, schon eher eine magische.

Denn genau sieben Minuten dauerte es nämlich, ehe David Bader mit seinem Treffer zum 2:1 die Gastgeber erstmals, und - wie sich in der Folge zeigen sollte - auch endgültig in Führung und damit auf die Siegesstrasse brachte. Der Bann war trotz Anlaufschwierigkeiten früh gebrochen, auch weil Goalgetter Marc Bruder mit seiner ersten Schussabgabe gleich herrlich traf (9.) und bis zur Pause drei weitere Tore vorlegte. Den einzigen Fehlversuch der ersten Hälfte verzeichnete der Routinier bei einem Siebenmeter, allerdings auch nur wegen eines Fussfehlers (15./übertreten)! Am Ende durfte sich der Balsthaler Topskorer – man beachte - sieben weitere Meisterschaftstreffer gutschreiben lassen. Er erhöhte damit seine Saisonausbeute auf stattliche 33 Tore, das sind aufgerundet sieben Treffer pro Begegnung.

Eher unerwartet setzte ein anderer Einheimischer vor dem gegnerischen Tor Akzente. Abwehrstratege Silas Roos, im bisherigen Meisterschaftsverlauf fast ausschliesslich in der Defensive eingesetzt, widerlegte die ihm angedichtete Abschlussschwäche am Kreis: Bis zur 18. Minute verwertete der 21-Jährige die ersten drei herrlichen Kreisanspiele (zweimal David Bader, einmal Noah Lüthi) souverän und im Stile eines abgebrühten Routiniers. Es waren gleichzeitig im vierten Spiel seine ersten Saisontore. Es sollten zwar keine weiteren folgen, doch weil Roos im weiteren Verlauf keinen einzigen Fehlschuss verzeichnete, war seine Trefferquote perfekt: 100%! „Entscheidend war, dass mich meine Mitspieler so genial freispielen konnten, die Verwertung danach war weniger schwierig“, zeigte sich Roos gar bescheiden und gab die Komplimente brav an die Anspielpartner weiter.

Schlecht schlafen hilft anscheinend

Simon "Simba" Bader macht seinem Übernamen (der Gnadenlose) alle Ehre. Hier erzielt er im Zweikampf gegen Dominik Felder eines seiner vier Tore, Marius Schmid (rechts) bleibt nur das Staunen.  (Foto: Franz Bohnacker)In Sachen Effizienz stand gegen Zurzibiet auch Simon Bader niemanden nach - zumindest in der ersten Hälfte. Der zuletzt in der Offensive ebenfalls nicht immer glücklich agierende „Gnadenlose“ schloss in den ersten 30 Minuten vier von fünf Versuchen erfolgreich ab. Er hatte damit wesentlichen Anteil an der beruhigenden 15:9-Pausenführung der Gastgeber. Erstaunlich dabei „Simbas“ eigenwillige Begründung für seinen tollen Lauf. „Ich habe in der Nacht schlecht geschlafen, und hatte die Befürchtung, im Spiel zu versagen. Stattdessen wurde ich von dieser Angst gepusht...“, dabei lächelte er verschmitzt. Dass in der zweiten Halbzeit seine vier Torwürfe allesamt fehl schlugen und damit seine Gesamtbilanz wieder merklich nach unten gedrückt wurde, nahm er gelassen. Immerhin habe er zweimal nur die Latte getroffen, es danach nochmals probiert und sich schliesslich gesagt: „Das genügt, ich verzichte auf weitere Versuche...“ Sagte es und konnte sich ein weiteres Schmunzeln nicht verkneifen. Schliesslich galt für ihn, nach Spielschluss die Kräfte erneut zu bündeln. Seine ganze „Arbeitskraft“ war ja als Verantwortlicher der Handball-Event-Bar nochmals gefragt.

Simon Bader blieb aber nicht der einzige Einheimische, dem es nach der Pause im Abschlussbereich nicht mehr gleich rund lief. Und erneut spielte wie zu Spielbeginn die Zahl Sieben eine Rolle. Sieben lange Minuten (und nach sieben Fehlversuchen in Serie!) blieben die Gastgeber bis zur 37. Minute ohne Torerfolg. Es war dann Cirill Vogel mit seinem ersten Tagestreffer zum 16:11, der die allgemeine Torflaute des TVB endlich zu durchbrechen wusste. Was gleichzeitig auch die Aufschwungsgelüste der Gäste entscheidend unterband. Zwar musste sich der TVB in der nach der Pause mit lediglich einer Ausbeute von acht Treffern (gegenüber 14 Fehlwürfen) begnügen. Das reichte jedoch allemal, um Zurzibiet ohne grössere Probleme auf Distanz zu halten.

Mühe mit Umstellungen

Der Siebenmeterkiller in Aktion. Dimitri "der Verrückte" Costa parierte hier den Ersten von zwei Strafwürfen. (Foto: Franz Bohnacker)Für Max Geier war die Erklärung für die Anlaufschwierigkeiten nach der Pause (und damit die leidlichen sieben Minuten) simpel: der Torhüterwechsel bei Gegner Zurzibiet. „Wir haben lange gebraucht, um uns auf den neuen Goalie einzustellen, versuchten es zu lange nach dem zuvor bewährten Muster“, analysierte der TVB-Trainer. Mit veränderten Situationen bekunde seine Mannschaft ohnehin Mühe, sagte Geier weiter, fand aber auch lobende Worte für seine Mannschaft. „Wir waren besser, zudem hatten wir mit Toni Bader erneut einen überragenden Torhüter, dazu zeigte Dimitri Costa bei zwei Siebenmetern seine Cleverness.“ Anerkennung zollte der 28-Jährige auch den prächtig mitfiebernden 200 Zuschauern. „Die Spieler liessen sich von den Anfeuerungen des Publikums tragen. Zu Hause macht Handball so Spass.“

Allerdings steht nun wieder ein Auswärtsspiel an. Und im Gegensatz zu Partien in der heimischen „Haulismatt-Hölle“ ist die Punkteausbeute in fremden Hallen wahrlich dürftig, nämlich gleich Null. Am Samstag, 26. November, heisst der Gegner in der KUSPO Münchenstein (Spielbeginn 14.30) erst noch Handball Birseck, seines Zeichens alleiniger Tabellenführer der Gruppe 7. Nicht nur deswegen meint der Trainer: „Auf uns wartet noch viel Arbeit.“

Aufgeschnappt

Max Geier: «Wir gehen raus und fressen die Gegner.»
David Bader: «Heute habe ich ausnahmsweise nur eine Hand im Gesicht gehabt.»
Nicole Beljean (Vom Team-Aerobic zu Dimitri Costa): «Du kannst ja den Spagat! Willst du nicht zu uns ins Team-Aerobic kommen?»
Marc Bruder (drei Adjektive in Sachen Publikum): «Top, wahnsinnig, überragend.»

Telegramm:

3. Liga: „s’Eis“ – SG Handball Zurzibiet 23:17 (15:9).
 Balsthal „Haulismatt-Hölle“. – 200 Zuschauer. – SR: Roland Weisskopf. – Strafen: je 2mal 2 Minuten.

TVB: Jonathan Bader (1-58./16 Paraden), Dimitri Costa (2 Siebenmeter, dazu ab 58./4 P.); David Bader (4), Simon Bader (4), Marc Bruder (7/2), Nicolas Ehrsam, Simon Grolimund, Simon Hafner, Marc Haefeli (1), Noah Lüthi (1), Silas Roos (3), Cirill Vogel (3), Luis Volken. Offizieller: Maximilian Geier.

SG Handball Zurzibiet: Beda Steinacher (1-30./6 Paraden), Maurus Landolt (ab 31./8); Dominik Felder (2/1), Manuel Spuler (1), Nuno Das Silva (3), Michael Schmid, Fabio Stancheris (4/2), Lorenz Bührer (2), Marius Schmid (2), Lukas Erne, Anver Alexander Housseini, Janis Kunz , Christoph Reimers (3), Roul Binder. Offizieller: Lukas Neff.

Bemerkungen: Gehaltene Siebenmeter: Dimitri Costa (29./ Stancheris und 41./Felder), 16. Siebenmeter-Tor von Marc Bruder aberkannt (Fussfehler, übertreten). TVB ohne Andreas Bucher (verletzt), Lukas Scherrer (Ausland), Michael Rogg (II. Mannschaft), Mario Babic (Schule), Leandro Favaro (überzählig).

/jpc

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