Turnverein Balsthal

An der "Auswärtsfront" nichts Neues

Spielmacher David Bader setzte zumindest in der Anfangsphase Akzente. (Archivbild)Samstag, 26. November 2016: Handball Birseck wurde in Münchenstein seiner Favoritenrolle gerecht. Der ungeschlagene Tabellenführer der Gruppe 7 besiegte den TV Balsthal 23:12 (13:8). Es war ein auch in dieser Höhe verdienter Heimsieg. Allerdings bekundeten die Gastgeber zu Beginn lange viel Mühe, ehe sie sich entscheidend abzusetzen wussten. Trotz des klaren Verdikts (elf Tore Unterschied) gab sich TVB-Trainer nach Spielschluss Max Geier versöhnlich. „Ich bin mit meiner Mannschaft trotzdem zufrieden.“

An der „Auswärtsfront“ nichts Neues, ist man frei nach dem weltberühmten Roman von Erich Maria Remarque gewillt zu sagen. Zwar schildert „Im Westen nichts Neues“ (so der Originaltitel) die Schrecken des ersten Weltkriegs. Auf die Handballer des TVB umgemünzt wären es die Schrecken der bisherigen Auswärtsauftritte: 12:17 bei Eiken, 16:33 in Stein. Daher erstaunte es auch nicht, dass Max Geier vor dem Spiel die Zielsetzung recht bescheiden formulierte. „Es wäre vermessen, gegen den Leader einen Sieg zu verlangen. Wir wollen uns einfach gut verkaufen und den Gegner fordern.“

Toni "der Grosse" war mit 18 gelungenen Interventionen wieder einer der besten Balsthaler. (Archivbild)Das tönte doch stark nach Understatement, denn die von vielen Verletzungen gebeutelten Gäste überraschten zu Beginn den Gegner trotzdem mit einer frechen, nach vorne gerichteten Spielweise. Spielmacher David Bader war für die frühe Führung verantwortlich (2.) und sorgte auch für die zweite Führung zum 2:3 (10.). Mit zwei sicher verwandelten Siebenmetern und seinem ersten Feldtor schraubte Goalgetter Marc Bruder das Skore nach 15. Minuten auf 5:2. Das lag auch am wiederum glänzend disponierten Torhüter Jonathan Bader. „Toni der Grosse“ hatte bis zu diesem Zeitpunkt bereits sieben Abschlussversuche der Basel-Landschäftler neutralisiert.

Nur vier Tore nach der Pause

Dass Birseck die Stellung an der Tabellenspitze der Gruppe 7 nicht zufälligerweise einnimmt, wurde jedoch in der Folge deutlich. Das Heimteam brauchte lediglich 90 Sekunden um das Geschehen auszugleichen (5:5). Bis zur 22. Minute lagen die Gastgeber verdientermassen 8:6 in Führung. Sieben lange Minuten musste der TVB auf den sechsten Treffer warten. Zu statisch, zu umständlich und vor allem zu berechenbar waren nun die Angriffe angelegt. Zudem leistete man sich zu viele technische Fehler, was der Gegner mit „leichten Toren“ quittierte. Innerhalb von weiteren sechs Minuten bauten die namentlich von den Flügelpositionen nun treffsicheren Gastgeber den Vorsprung auf 12:6 aus. Die 13:8-Führung zur Pause entsprach dem Stärkeverhältnis in der Halle.
Doch damit nicht genug. Ganze 13 Minuten mussten die Balsthaler nach der Pause warten, ehe Simon Bader endlich der neunte Treffer zum 9:18 gelang (43.). Das lag zwar auch an den eigenen Unzulänglichkeiten, vor allem aber am hervorragend agierenden Pascal Roulin im Tor der Gastgeber. Bereits ab Mitte der ersten Halbzeit zeichnete sich Roulin mit neun, zum Teil herausragenden Abwehraktionen aus. In der zweiten Hälfte kamen nochmals deren 11 dazu, womit er eine überragende Abwehrquote von 62,5 Prozent erreichte! Die kümmerliche Ausbeute von vier Treffern in der zweiten Hälfte zum 12:23-Endstand spricht aber für sich. Bester Akteur in der KUSPO-Halle war allerdings kein Spieler! Schiedsrichter Roland Metzmeier stellte mit seiner souveränen Spielleitung alle in den Schatten.

Die vielen technischen Fehler abstellen

Trainer Max Geier (links) war trotz klarer Niederlage mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden. (Archivbild)Max Geier nahm die Niederlage gelassen. „Die erste Halbzeit hat mich glücklich gemacht“, zog er ein zufriedenes Fazit. Auf den Einwand, dass dies wohl eher für die ersten 15 Minuten oder höchstens bis zur 22. Minute zutreffen dürfte, präzisierte der TVB-Trainer: „Man hat gemerkt, wenn die Kondition abflacht, nimmt auch die Konzentration ab. Es waren dumme Fehlpässe, die sich einschlichen. Dazu haben wir uns auch immer wieder dumme Würfe genommen.“ Im Grossen und Ganzen sei er aber trotzdem zufrieden. “Man muss schon sehen: Sie sind ein 2.-Liga-Absteiger, wir hingegen quasi ein 4.-Liga-Aufsteiger. Die technischen Defizite wurden erneut deutlich aufgezeigt“, sagte der 28-Jährige Übungsleiter. „Daran haben wir zu arbeiten!“

Immerhin folgt für den TV Balsthal als nächstes wieder ein Heimspiel. Zu Hause ist man in der laufenden Spielzeit noch unbesiegt. Oder im Sportjargon ausgedrückt: eine Macht! Drei Siege in ebenso vielen Begegnungen stehen zu Buche. Am Samstag, 3. Dezember, heisst der Gegner in der Haulismatt (Spielbeginn 18.00) STV Wegenstetten. Die Aargauer weisen in der Tabelle nur zwei Punkte mehr auf als der TVB.

Chaos am Hallendienstpult

Und noch etwas am Rande. Für viel Aufregung sorgte in der Schlussphase das Chaos am Hallendienstpult. Zu diesem Zeitpunkt waren ein 10-Jähriger und sein nur wenig älterer Kollege am Tisch. Die Match-Uhr wurde verschiedentlich nicht angehalten, obwohl vom Schiedsrichter deutlich angezeigt. Zudem wurde dem Gastgeber ab der 48. Minute auf der Anzeigetafel ein Tor unterschlagen, was auch zur falschen Resultatmeldung an den Verband (22:12) führte! Ein Bussgeld wird wohl unausweichlich sein. Erst nach dem Abgleich mit Schiedsrichter Roland Metzmeier fand sich nach Spielschluss der tatsächliche Endstand auch auf dem offiziellen Spielberichtsbogen wieder.

Was allerdings noch mehr zu denken geben sollte und die Bemühungen des Verbandes für eine genaue Datenerfassung ad absurdum führt, war die Buchhaltung der Torstatistik. So wurde nach Spielschluss ein fehlender Treffer der Balsthaler zunächst nach dem Zufallsprinzip einem beliebigen Gästespieler zugesprochen. Erst auf die Intervention des Chronisten, der genau Buch geführt hatte, wurde das Tor David Bader zugeschrieben. Ein weiterer Abgleich fand nicht statt – mit Folgen. Freuen dürften sich Marc Häfeli und Nicolas Ehrsam, die in der offiziellen Topskorerliste des Verbandes Mitte Woche mit einem Tor mehr aufgeführt werden dürften, obwohl sie in Münchenstein leer ausgegangen sind. Dafür wird Marc Bruder ein weiterer Treffer unterschlagen: Statt fünf Treffer wurden ihm im Münchenstein nur deren vier gutgeschrieben... Der Qualitätsanspruch des Verbandes sollte wohl anders aussehen... und lässt sich kaum mit Zufalls-Offiziellen erreichen!

Aufgeschnappt

Max Geier (die Geheimnisse der Taktik): «Da machen wir einen super Salami-Rechts. Und was machen wir? Wir brechen einfach ab.»
Lukas Scherrer (nach längerer Pause wieder dabei und am Flügel eingesetzt): «Im Training klappte es am Freitag noch gut. Heute hatte ich aber einfach keinen Platz.»
Marc Bruder (nach 10 Minuten der 2. Halbzeit und noch immer ohne Balsthaler Tor): «Positiv bleiben auf der Bank!»

Telegramm:

3. Liga: Handball Birseck -„s’Eis“ 23:12 (13:8). – Münchenstein KUSPO. – 20 Zuschauer. – SR: Roland Metzmeier. – Strafen: Birseck 1mal 2 Minuten, Balsthal 3mal 2 Minuten.

Handball Birseck: Pascal Roulin (20 Paraden); Darius Furrer (4/1), Benedikt Erhardt (2), Shadrick Riochardson 2), Michel Gerber (1), Marco Claver (4), Dominic Schori (2), Dominik Bloch (1), Oliver Rickert (2), Ramon Dürr (3), Dominik Golaszewski (2). – Offizieller: Thomas Gysin.

TVB: Jonathan Bader (1-56./18 Paraden), Leandro Favaro (ab 56./2 P.); David Bader (3), Simon Bader (2), Marc Bruder (5/2), Nicolas Ehrsam, Simon Grolimund (1), Marc Haefeli, Noah Lüthi, Silas Roos (1), Michael Rogg, Lukas Scherrer. – Offizieller: Maximilian Geier.

Bemerkungen: Gehaltener Siebenmeter: Leandro Favaro (57./Golaszewski). TVB ohne Andreas Bucher, Ciril Vogel, Simon Hafner (alle verletzt), Dimitri Costa (Schiedsrichter-Kurs), Luis Volken (II. Mannschaft), Mario Babic (Schule).

/jpc

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