Turnverein Balsthal

In den letzten 18 Minuten eingebrochen

Ausser blauen Flecken gab es in Pratteln keine Geschenke für die TVB-Spieler. Auch Rückraumspieler Lukas Scherrer erfuhr dies am eigenen Leib.Sonntag, 18. Dezember 2016: Keine vorzeitigen Weihnachtsgeschenke für den TV Balsthal. "S'Eis" verliert auch das letzte Vorrundenspiel auswärts gegen den TV Pratteln NS mit 24:31 (14:14). Nach neun gespielten Runden steht der TVB in der Tabelle auf dem 8. Zwischenrang. Der Vorsprung auf den Abstiegsplatz beträgt aber immer noch sechs Punkte.

Der Start in die Partie verlief wieder einmal alles andere als nach Plan. Zwar konnten die Balsthaler in den ersten beiden Minuten zwei Treffer erzielen, wurden aber dann durch fünf technische Fehler arg zurückgeworfen. Der TV Pratteln nutzte die offensive Abwehr gekonnt aus und spielte insgesamt fünf Mal den eigenen, und von der TVB-Verteidigung sträflich alleingelassenen Kreisläufer an. So lagen die Thaler nach nur acht Minuten bereits mit 2:6 zurück. Coach Max Geier reagierte und stellte das Deckungssystem auf eine defensivere 6:0-Abwehr um. Ausserdem wechselte Marc Bruder von der Spielmacherposition in den linken Rückraum. Im rechten Rückraum liess der TVB-Trainer nun Lukas Scherrer auflaufen, die Centerposition wurde neu von David Bader eingenommen.

 

Die grosse Aufholjagd

Toni "der Grosse" hielt gegen den TV Pratteln NS phasenweise wieder bärenstark.

Die Gastgeber wähnten sich augenscheinlich bereits mit dem Vier-Tore-Vorsprung in Sicherheit, als Toni "der Grosse" Bader nach einer Weltklasseparade gegen Nicola Suter von der Siebenmeterlinie zur Aufholjagd blies (9.). Seine Vorderleute liessen sich nicht zweimal bitten. So drehte der Gast innerhalb von zehn Minuten das Skore von einem 2:6-Rückstand in einen 11:10-Vorsprung (19.) um. Toptorschützen in dieser Phase waren Marc Haefeli (3 Tore, im gesamten Spiel 4) und Marc Bruder (3 Tore, 10/3). Erst eine fragwürdige Zeitstrafe gegen Michael Rogg bremste die Balsthaler. In der Defensive war nun aber endgültig die Zeit von Torhüter Jonathan Bader gekommen. Der grossgewachsene Lastwagenmechaniker parierte in der Schlussphase der ersten Halbzeit gleich acht freie Würfe und sicherte dem TVB den 14:14-Pausenstand.

Nach der Pause spielten die beiden Mannschaften 12 Minuten lang auf Augenhöhe. Vorallem Spielmacher Mario Babic zeigte im Abschluss sein Können. Insgesamt netzte er siebenmal ein. Absetzen konnten sich die Balsthaler aber dennoch nicht. Die Gastgeber legten jeweils ein Tor vor, ehe das TVB-Team den Spielstand wieder ausglich.

Kondition und Konzentration entschieden die Partie

Mario Babic avancierte gegen den TV Pratteln NS zum Shooter und warf insgesamt sieben Tore.

Nach 43 Minuten war die Luft bei den Balsthalern draussen. Die mit zwei U17-Junioren angetretenen Gäste, mussten auf neun (!) Kaderspieler verzichten. "Ich konnte gar nicht wechseln wie ich wollte", meinte TVB-Trainer Max Geier. "Jeder wollte eine Pause, aber ich hatte nicht genügend Spieler, die im Rückraum für Gefahr hätten sorgen können." Mit zunehmender Erschöpfung steigerte sich die Fehlerquote. Im Angriff leisteten sich die Rückraumspieler Schrittfehler am Laufmeter (sieben Stück) und in der Verteidigung schwächte sich das Team durch unnötige Zweiminutenstrafen selbst (davon zweimal in doppelter Unterzahl). Die Gastgeber ihrerseits wechselten munter durch und spielten konzentriert weiter. So konnten sie sich von 20:20 auf 31:24 absetzen.

Nun haben die Spieler des TV Balsthal drei Wochen Zeit sich zu erholen und die Verletzungen auszukurieren. Es besteht Hoffnung, dass sich bis im Januar die Verletztenliste verkürzt und bis auf den langzeitverletzten Andreas Bucher wieder alle Kräfte zur Verfügung stehen werden.

 

Aufgeschnappt:

Max Geier (zu Mario Babic, nach einem Schlag ins Gesicht): „Komm du Heulsuse, weiter geht’s! “
Mathias „Matze“ Müller (nach dem Spiel): „War toll euch wieder mal zu sehen. Aber hört auf gegen den Schiri zu wettern, das Spiel habt ihr selber verloren.“
Marc Bruder
(zum breiten „Eis“-Kader): „Wenn wir letztes Jahr so viele Verletzte gehabt hätten, dann wären wir wohl gar nicht mehr angetreten.“
 

Telegramm:

3. Liga: TV Pratteln NS – „s’Eis“ 31: 24 (14:14).
Pratteln KSZ – 60 Zuschauer. – SR: Thomas Beha. – Strafen: Pratteln 2mal 2 Minuten, Balsthal 4mal 2 Minuten.

TV Pratteln NS: Christoph Käch (1-60./10 Paraden/1 Tor); Dominik Bachmann (1), Fabio Bachmann (2), Markus Baumann, Carlos Dill, Thomas Dill (Spielertrainer/7 Tore), Marc Häusler (1), Simon Käch (5), Pascal Odermatt (5), Ivo Reichenstein (1), Thomas Rickenbacher (1), Nicola Suter (2), Lukas Weisskopf (5).

TVB: Jonathan Bader (1-60./17 Paraden), Kay Stalder (n.e.); Mario Babic (7/3), David Bader (1), Marc Bruder (10/3), Marc Haefeli (4), Michael Rogg, Silas Roos (1), Ramon Rubitschung, Lukas Scherrer (1), Luis Volken, Simon Tang (n.e.). – Offizieller: Maximilian Geier.

Bemerkungen: Verworfene Siebenmeter: Nicola Suter (10./Parade von Jonathan Bader), Thomas Rickenbacher (35./Parade von Jonathan Bader), Babic (59./an den Pfosten); TVB ohne Leandro Favaro, Noah Lüthi, Simon Bader, Andreas Bucher, Cirill Vogel, Dimitri Costa (alle verletzt), Nicolas Ehrsam, Simon Grolimund (beide krank) und Simon Hafner (FHNW-Prüfungen).

/dc

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