Turnverein Balsthal

Zu spät aufgewacht

Kein Durchkommen: Marc Haefeli wird hier mit unfairen Mitteln aufgehalten.Samstag, 4. März 2017: Der TV Balsthal verliert erneut vor heimischem Publikum. Gegen Tabellenführer TV Stein setzte eine 25:27-(10:15)-Niederlage ab. «S’Eis» wartet bereits seit dem Handballevent vom 12. November 2016 auf einen Punktgewinn in der Haulismatthalle.

Die Ausgangslage war klar: Ranglistenachter gegen Tabellenführer, 257 Treffer gegenüber 389 Toren, 9 Punkte gegen 22 Punkte, dazu sprach das Hinspielresultat von 33:16 Bände. Auch die Absenzenliste war wieder angewachsen: Neben dem langzeitverletzten Andreas Bucher (Meniskusriss) gesellte sich nun auch Torhüter Dimitri Costa mit einer Ellbogenverletzung dazu. Zudem fehlten mit Stammflügel Ramon Rubitschung und Mario Babić (drittbester Torschütze der Balsthaler) zwei wichtige Teamstützen aufgrund schulischer Verpflichtungen. Im Weiteren musste Michael Rogg seine Spielsperre aus dem letzten Spiel absitzen. Trotz dieser Abwesenheiten liessen sich die Gastgeber vor dem Spiel nicht einschüchtern und kündigten vor dem allseits bekannten Schlachtruf an: «Lasst uns die Steine wegfegen. B.U.M. BUUUUM!»

Zehn Minuten zum vergessen

Die Balsthaler Defensive agierte träge und offenbarte viele Löcher.Die Heimmannschaft startete verhalten in die Partie. Zwar legten die Gäste rasch zwei Tore vor, die Gastgeber blieben aber durch Tore von Topskorer Marc Bruder und seinem Namensvetter Marc Haefeli immer in Schlagdistanz (17./7:9). Dann aber brach die Mannschaft von Trainer Max Geier ein erstes Mal ein. Zehn Minuten lang trafen die Balsthaler alles ausser das Tor. Sinnbildlich für diese Phase war der verworfene Tempogegenstoss von Cirill «Siggi» Vogel (20.), der Christoph Brogli im Gästetor unnötig aufbaute.

Auf der Gegenseite agierte die Devensive behäbig und träge. Der Tabellenführer wusste dies gekonnt auszunutzen und setzte sich innerhalb von zehn Minuten deutlich ab (27./7:15). Das längst fällige Team-Timeout von Max Geier in der 28. Minute drehte das Momentum wieder auf die Seite der Einheimischen, welche bis zur Pause noch um drei Tore auf 10:15 verkürzen konnten.

Die fünf «Dävu-Minuten»

Das Trikot von Spielmacher David "Dävu" Bader hat den Materialtest nicht bestanden.Trotz deutlicher Halbzeitansprache von Max Geier konnten sich die Gastgeber zu Beginn der zweiten Hälfte nicht steigern. Technische Fehler und schwache Abwehrarbeit ermöglichten dem TV Stein wieder auf acht Tore Abstand wegzuziehen (42./14:22). Doch dann nahm sich David «Dävu» Bader – der mittlerweile nicht mehr sein angestammtes Trikot trug, da es in der ersten Hälfte den «Materialtestern» aus Stein zum Opfer gefallen war – ein Herz und brachte den TV Balsthal zurück ins Spiel. Mit fünf sehenswerten Einzelaktionen in nur fünf Minuten (!) weckte er das Heimteam aus dem Dornröschenschlaf regelrecht auf. In der Defensive wurde wieder gekämpft und in der Offensive kehrte das Selbstvertrauen zurück. Trotz dem Ausfall von Dävu in den Schlussminuten (Schlag auf die Hand) erkämpften sich die Thaler Tor um Tor. Die Aufholjagd der Einheimischen wurde erst beim Stand von 25:27 vom Schlusssignal unterbrochen.

Trotz Niederlage viel Sehenswertes

Im zweiten Spiel das erste Tor: Nicolas Volken netzte erstmals im Trikot der ersten Mannschaft ein.25 Tore! So oft traf der TV Balsthal erst einmal in dieser Saison, nämlich beim Saisonauftakt gegen den TSV Frick. Das zeigte auch deutlich auf, woran Trainer Max in den letzten Wochen mit der Mannschaft gearbeitet hat: An der Offensive. Die Spielzüge klappen immer besser, geben aber den Spielern dennoch genügend Raum für individuelle Aktionen.

Zudem netzten gegen Stein insgesamt 10 Feldspieler ein, darunter auch Nicolas Volken. Der U17-Junior setzte sich als gelernter Spielmacher auf dem ungewohnten Flügel durch und markierte einen Treffer. In der Defensive muss das Team dagegen schleunigst wieder zu alter Stärke zurückfinden, will es in den verbleibenden vier Meisterschaftsspielen noch Punkte holen.

Nach zwei Heimauftritten in Serie steht nun am Samstag, 18. März wieder ein Auswärtsspiel an. In Bad Zurzach trifft «s’Eis» auf die SG Handball Zurzibiet. Jene Mannschaft also, die am Handballevent im November vor über 200 Zuschauer in der «Haulismatthölle» deutlich geschlagen werden konnte. Anpfiff in der Sporthalle Tiergarten ist um 14:30 Uhr.

 

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Aufgeschnappt

David Bader (sein zerrissenes Trikot betrachtend): «Dimi, bestell mir mal ein neues Trikot, dieses kann ich nicht mehr benutzen.» 
Marc Bruder (humorvoll trotz Niederlage): «Dävu, wir nähen dir doch einfach ein rosa Stoffherz über den Riss.»
Max Geier (nach dem Spiel in Erinnerung an den Saisonstart): «Am Anfang der Saison haben wir so wahnsinnig gespielt. Dort müssen wir wieder hin. Go Jungs, wir schaffen das wieder!»
Mario Babić (per Whatsapp, als er das Resultat erfahren hatte): «F**k!»

Telegramm:

3. Liga: „s’Eis“ – TV Stein 25:27 (10:15).  Balsthal Haulismatt. – 40 Zuschauer. – SR: Heinz Stalder. – Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Balsthal, 2mal 2 Minuten gegen Stein.

TVB: Jonathan Bader (20 Paraden), Leandro Favaro (n.e.); David Bader (5), Simon Bader (2), Marc Bruder (6/1), Simon Grolimund, Marc Haefeli (3), Noah Lüthi (2), Silas Roos (1), Lukas Scherrer (3), Cirill Vogel (1), Luis Volken (1), Nicolas Volken (1), Aleksandar Petrovic. – Offizieller: Maximilian Geier.

TV Stein: Christoph Brogli (7P), Benjamin Meyer (7P); Marcel Adler, Sven Adler (3), Adrian Blaser (1), Roman Brogli (3/1), Gianlucca Concas, Lukas Dietwyler (2), Roger Hasler (3), Adrian Heiz (4), Philipp Schneiter (9), Shalil Wächter (2), Louis Wörlein. – Offizieller: Roger Winter.

Bemerkungen: Vergebene Siebenmeter: 17. Roman Brogli (an den Pfosten). 53. Roman Brogli (neben das Tor). 60. Lukas Dietwyler (über das Tor). TVB ohne Andreas Bucher und Dimitri Costa (beide verletzt), Mario Babić, Ramon Rubitschung (beide Schule), Michael Rogg (gesperrt), Simon Hafner, Nicolas Ehrsam (beide überzählig). 

/dc

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