Turnverein Balsthal

Cup: Trotz Niederlage Balsam für die Seele

HC Hopfenperle - TV Balsthal 29:22 (13:12)
Mittwoch, 29. November 2017. Das Cup-Abenteuer ist für den TV Balsthal im 1/8-Final zu Ende. Gegen den HC Hopfenperle setzte es in der Aarauer Schachen-Halle nach einem abwechslungsreichen Match ein 22:29 ab. Allerdings dürfen die Gäste nach einem tollen Auftritt trotz Niederlage zufrieden sein.

Cupspiele kennen ihre eigenen Gesetze, heisst das – zugegeben – etwas abgenützte Schlagwort. Vor allem, wenn sich Teams mit unterschiedlichen Vorzeichen gegenüberstehen, wird die Floskel gerne herangezogen. Der HC Hopfenperle, ein Team bestehend aus den „verlorenen Söhnen“ des NLA-Vereins HSC Suhr Aarau, war der klare Favorit dieser Partie. Seit dem Start des Projekts 2016 hat das Team in der Meisterschaft keinen Punkt abgegeben. Im Regionalcup wurden sie bereits im ersten Jahr Cupsieger, im Schweizer Cup warf die Mannschaft, die nach dem bekannten Schweizer Bier ihren Namen hat, NLB-Ligist HC Horgen aus dem Wettbewerb. Erst ein NLA-Team konnte den Lauf des (damals) 4.-Ligisten stoppen. Gegen Fortitudo Gossau schieden die Aarauer im 1/16-Final aus.

An diesem Mittwoch empfingen sie den TV Balsthal. Ein kleiner Dorfverein mit knapp 80 Handballern (inklusive Juniorenabteilung), kein Spieler hat jemals in einer höheren Liga gespielt. Mit einem Altersdurchschnitt von gerade einmal 23 Jahren ist der TVB im Mittel um fünf Jahre jünger als der HCH. Zudem standen die Vorzeichen nicht gerade gut für den TVB. Aus sechs Spielen resultierten gerade einmal vier Punkte, auswärts holten die Thaler noch keinen einzigen Punkt in der Meisterschaft und erst am vergangenen Wochenende zeigte die Mannschaft in Herzogenbuchsee eine desolate Leistung und verlor – trotz Vollbesetzung – deutlich mit zwölf Toren Unterschied.

Von einem vollzähligen Team konnte man beim TVB an diesem Abend nicht sprechen. Gegenüber dem letzten Meisterschaftsspiel fehlten nicht weniger als fünf Spieler. Einzig durch die Unterstützung einiger Akteure der zweiten Mannschaft konnten die Thaler mit der maximal möglichen Spieleranzahl antreten.

Eine klare Sache? Mitnichten!

Wer nun auf ein klares Ergebnis und einen einseitigen Spielverlauf zugunsten der Gastgeber tippte, wurde eines Besseren belehrt. Zwar brauchte der TVB drei Minuten bis zum ersten Torerfolg, dann drehten die Gäste aber auf und übernahmen die Kontrolle über das Spiel. Sie drehten das Skore innerhalb von zehn Minuten von einem 0:2 (3. Min) auf ein 7:3 (13. Min). Und brachten damit die Gastgeber nahe an die Verzweiflung. Sollte wirklich ein Drittliga-Dorfverein die beeindruckende Serie des HC Hopfenperle beenden?

Der Favorit stemmte sich dagegen, glich das Spiel wieder aus und ging mit einem mickrigen Tor Vorsprung in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel wurde den knapp 80 Zuschauern weiterhin ein tolles und spannendes Handballspiel geboten. TVB-Trainer Max Geier setzte trotz knappem Spielstand auf die gesamte Kaderbreite und gab den Stammspielern Zeit zur Erholung: „Mir ist die Meisterschaft wichtig, wir kämpfen gegen den Abstieg, da brauchen wir alle im Vollbesitz ihrer Kräfte.“ Sein Risiko zahlte sich aus; Im Rückraum traf Ergänzungsspieler Manuel Meister gleich zweimal und im Tor glänzte Thomas Kälin mit insgesamt acht Paraden in der zweiten Halbzeit.

Routine zahlte sich am Ende doch aus

Das Spiel war bis zur 49. Minute ausgeglichen (18:20), danach spielten die Gastgeber dann allerdings ihre Routine aus und zogen bis zum Endresultat 22:29 davon. Enttäuscht über die Niederlage dürfen die Thaler allerdings nicht sein. Gegen den haushohen Favoriten konnte der TVB 49 Minuten lang mithalten. Vor allem aber zeigte die Mannschaft eine Reaktion nach dem enttäuschenden Auftritt in Herzogenbuchsee. Und sie zeigte, dass trotz der Abwesenheit von fünf Stammkräften (David Bader, Dimitri Costa, Kay Stalder, Simon Bader und Michael Rogg) Spieler Verantwortung übernehmen können. Am wichtigsten ist aber die Tatsache, dass wieder ein Team auf dem Feld stand, das sich gegenseitig motivierte und unterstützte. So kann es weitergehen.

Und weiter geht es bereits am Wochenende zu Hause. Am Samstag, 2. Dezember, heisst der Gegner HBC Büren (Haulismatt, Spielbeginn 18.30). Der Tabellensiebte weist in der Rangliste gleich viele Zähler auf wie der TVB. Beste Gelegenheit also, einen weiteren Konkurrenten zu distanzieren und sich gleichzeitig in der Rangliste nach vorne zu verbessern.

Auf geht’s TVB, weiter im Team kämpfen: B.U.M. - BUUUUUM!

 

Telegramm:

Regionalcup Aargau Plus: HC Hopfenperle – „s’Eis“ 29:22 (13:12).
 Aarau, Schachen. – 78 Zuschauer. – SR: Guido Lämmler.  – Strafen: Hopfenperle 1mal 2 Minuten, Balsthal 3mal 2 Minuten.

HC Hopfenperle: Roman Sutter (1.-60./15 Paraden), Stefan Hasler (n.e.); Manuel Reichlin (6/2), Michel Wernli (1), Christoph Hert (9), Joël Wernli, Dang Meyer, Simon Leutwyler (6), Markus Stäuble, Marco Käser, Kristijan Jozipovic (7), Niki Graf. – Offizieller: Andreas Steiner.

TVB: Jonathan Bader (1.-30. /4 Paraden), Thomas Kälin (31.-60./8 P.); Mario Babić (4), Marc Bruder (7/2), Marc Haefeli (2), Silas Roos (1), Cirill Vogel, Ramon Rubitschung (2), Luis Volken (2), Lukas Scherrer (2), Aleksandar Petrovic, Simon Grolimund, Simon Dietrich, Manuel Meister (2). – Offizieller: Maximilian Geier.

Bemerkungen: TVB ohne Dimitri Costa, Simon Bader und Andreas Bucher (alle verletzt), David Bader, Kay Stalder Michael Rogg und Leandro Favaro (alle Arbeit/Schule).

/dc

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