Turnverein Balsthal

Play it Like David B.

Der Überflieger der Partie: David Bader erzielte sieben Treffer.
Samstag, 2. Dezember 2017. Der TV Balsthal stellt erneut seine Heimstärke unter Beweis. Bereits zum dritten Mal in dieser Saison erkämpft sich der TVB in der Haulismatthalle beide Punkte. In einer spannenden Partie bezwingen die Gastgeber den HBC Büren 25:22 (14:11). Für die Differenz sorgte dabei namentlich ein Spieler.

Wenn es ihn nicht geben sollte, so müsste er erfunden werden; der Film nämlich mit dem suggestiven Titel «Play it Like David B.» oder in Anlehnung eines Filmklassikers wäre auch «Play it again, David B.» als Alternative möglich. Und dabei müsste das Drehbuch zum Streifen zwingend folgende Inhalte aufweisen: Eine Mannschaftssportart, nehmen wir Mal ein Handballspiel an. Handlung: 12 Minuten und 50 Sekunden lang sind bereits gespielt, der Tiefpunkt scheint erreicht zu sein. Solange hat er auf dem Ersatzspieler-Bänkchen geschmort, dann erfolgt der grosse Auftritt des David B, natürlich liegt sein Team in Rücklage, 7:10 lautet der Spielstand. Der erste Abschlussversuch von David B. sitzt gleich – 8:10. Auch der zweite Abschlussversuch ist ein Treffer – 9:11. Bei der nächsten Aktion holt David B. einen Siebenmeter heraus – 10:11. Und für den Gleichstand sorgt selbstverständlich wiederum David B. himself, wie könnte es anders sein – 11:11. Die Halle tobt, der mittlerweile frustrierte Gegner muss sich mit einem Time-Out behelfen. Die Wende zum Guten ist für das Heimteam geschafft, das ist spürbar. David B., der Vater aller Helden, hat den Gegner in einen regelrechten Schockzustand versetzt, die Gäste werden sich in der Folge nicht mehr erholen können.

David B. ist kaum zu bremsen

Für ein Heldenepos braucht es aber mehr, daher nochmals eine Steigerung bitte! Also sorgt David B wie es sich gehört – im fiktiven Drehbuch natürlich – als nächstes für den weiteren logischen Höhepunkt: diesmal als letzter Passgeber, es ist gleichbedeutend mit der erstmaligen Führung – 12:11. Die Mannschaft von David B. wird sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen – das ist logisch! Oder ist das doch etwas zu viel des Guten? Nein, damit noch lange nicht genug! Es sind noch einige Minuten bis zur Pause zu spielen und danach liegen weitere aufreibende 30 Minuten, in denen das Filmpublikum bestens unterhalten werden will. Also am besten gleich noch eine Schippe drauflegen: David B. provoziert als nächstes einen weiteren Siebenmeter, dieser wird allerdings verworfen, der Dramaturgie schadet dies ja nichts. Auch weil David B. es bei seinen nächsten beiden Vorstössen gleich wieder selber regelt und zwei weitere Tore sich gutschreiben lässt. Pausenstand 14:11, das -Fazit seines heroischen Auftritts: In nicht ganz 18 Minuten fünf Treffer, dazu zwei Strafstösse herausgeholt und auch einen Assist zu einem Tor – der Heldenstatus ist David B. – komme nun was es noch wolle – nicht mehr zu nehmen.

Kleines Ding? Nein; ein grosses!

"Supermario" Babic sorgte mit seinen drei Treffern in den ersten zehn Minuten für einen akzeptablen Start in die Partie.Sie werden sich nun sicher fragen, was eine rein fiktive Geschichte in diesem Matchbericht soll. Sehr vieles, denn jede Filmstory basiert meist auf Tatsachen. Wie auch hier! Denn das Drehbuch Marke Hollywood gab es am Samstag auch real, David B. war Wirklichkeit. Er trug die Nummer 22 und ist im wahren Leben Rückraumspieler des TV Balsthal. Sein Name: David «Dävu» «Dave»Bader, oder einfach nur «der Türke» genannt, obwohl mittlerweile der namengebende Schnauz wegrasiert ist. Und die Geschichte hat sich – genau so, und ohne auch nur ein kleinwenig nachzuhelfen, zugetragen. Im 3.-Liga-Meisterschaftsspiel gegen den HBC Büren war der noch 22-Jährige- – seine Mitspieler mögen diese Darstellung für einmal entschuldigen – im Alleingang für die Wende verantwortlich. Und auch in der zweiten Hälfte, als ihn die Berner nun konsequent manndeckten, blieb «David B.» die grosse Figur auf dem Feld. Er erzielte zwei weitere Treffer (insgesamt sieben!), war zweimal für den letzten Pass verantwortlich und glänzte in der Defensive ebenso durch «Steals»! «Geniesse die kleinen Dinge im Leben» lautet sein Lieblingsspruch – für den TVB war dessen Lebensmotto stark untertrieben – es war schlichtweg ein grosses Ding.

Die Vorgeschichte

Der Start in die Partie verlief für den TVB harzig. Durch zwei technische Fehler lagen die Gäste schnell mit zwei Toren in Front, durch drei Treffer von Spielmacher Mario Babić konnte dieser Rückstand allerdings bis zur zehnten Minute wieder wettgemacht werden (5:5). Die Balsthaler agierten in der Offensive träge und unkonzentriert, liessen sich zu oft «Steals» und brachten keine fünf druckvollen Pässe zustande. Die Gäste liessen den Ball locker von links nach rechts laufen und warteten geduldig auf die Lücke im Abwehrverbund der Einheimischen. So erarbeiteten sich die Seeländer abermals einen kleinen Vorsprung (13./7:10). Dann folgte der Auftritt von David Bader... 18 Minuten, fünf Treffer, zwei Siebenmeter provoziert, drei Steals... Pausenstand 14:11 für den TVB.

Die Krux mit den Torhütern

Leandro "Leo" Favaro war in den entscheidenden Momenten zur Stelle und parierte insgesamt neun Würfe.Auch nach der Halbzeit bestimmte der TVB das Spielgeschehen. Allerdings brauchte auch der Held dieser Partie eine Verschnaufpause, zumal er die ganze zweite Halbzeit als einziger Spieler Mannbezogen gedeckt wurde und dadurch ein enormes Laufpensum aufbringen musste, um überhaupt anspielbar zu werden. In dieser Zeit hielt ein Anderer den TVB in Front: Der Torhüter! Wer mag das nun sein, denkt man sich...

Dimitri Costa, bisher Stammtorhüter? Verletzt. – Kay Stalder, der Backup? In der ersten Halbzeit unglücklich mit nur einer Intervention ausgewechselt. – Thomas Kälin, der Rückkehrer aus Portugal? Abwesend. – Jonathan Bader, die Nummer 1 der letzten Saison? Abwesend. – Nein es ist Leandro Favaro, der in der laufenden Spielzeit noch keinen Einsatz mit der ersten Mannschaft bestritt. Er entschärfte in der zweiten Halbzeit gleich einige freie Würfe und stellte sicher, dass der drei-Tore-Vorsprung nie in Gefahr geriet. Den Schlusspunkt aus TVB-Sicht setzte dann David Bader in der 60. Minute mit seinem persönlichen siebten Treffer zum 25:21. Postwendend erzielten die Gäste zwar noch einen leichten Treffer zum 25:22 in der letzten Sekunde, zu diesem Zeitpunkt liessen sich die Thaler allerdings bereits von den rund 100 Zuschauern feiern.

Und weiter geht es bereits am nächsten Wochenende. Am Samstag, 2. Dezember, gastiert der TVB beim Tabellenvorletzten PSG Lyss 5 (Grien, Spielbeginn 20.30). Obwohl im Namen mit einer Fünf ausgestattet, ist das Team jedoch die dritte Kraft beim Seeländer Verein. Für die Balsthaler trotzdem beste Gelegenheit also, einen weiteren Konkurrenten zu distanzieren und sich gleichzeitig in der Rangliste weiter nach vorne zu verbessern.

Auf geht’s TVB, weiter so: B.U.M. - BUUUUUM!

 

Telegramm:

3. Liga: „s’Eis“ – HBC Büren 25:22 (14:11).
 Balsthal, Haulismatt. – 100 Zuschauer. – SR: Matthias Gusset.  – Strafen: Balsthal 5mal 2 Minuten, Büren 1mal 2 Minuten.

TVB: Kay Stalder (1.-12. /1 Parade), Leandro Favaro (12.-60./9 P.); Mario Babić (5), David Bader (7), Simon Bader (1), Marc Bruder (3/2), Marc Haefeli (1), Michael Rogg (2), Silas Roos (1), Cirill Vogel (3), Ramon Rubitschung (2), Luis Volken, Lukas Scherrer, Aleksandar Petrovic. – Offizieller: Maximilian Geier.

HBC Büren: Lorenz Linder (1.-17. plus 31.-60./8 Paraden), Stefan Hasler (17.-30. plus zwei Siebenmeter/2 Paraden); Matteo Bortot (1), Patrik Gilgen, Jürg Gilomen, Thomas Hiltbrunner (4), Oliver Hug (2), Florian Lüthi (4), Samuel Rickli (5), Michael Ruchti (6/2). – Offizieller: Andreas Steiner.

Bemerkungen: 22./40. Lorenz Linder hält zwei Siebenmeter von Marc Bruder. TVB ohne Dimitri Costa und Andreas Bucher (beide verletzt), Jonathan Bader und Simon Grolimund (beide überzählig).

/dc/jpc

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