Turnverein Balsthal

Wenig Handball, viel Gemecker und Gestänker

Kein Durchkommen gab es für Ramon Rubitschung gegen den PSG Lyss 5. (Archivbild)
Samstag, 9. Dezember 2017. Nichts Neues vom TVB: Nachdem der TV Balsthal eine Woche zuvor seine Heimstärke unter Beweis gestellt hatte, bewies er am Samstag erneut seine Auswärtsschwäche. Gegen den Tabellenvorletzten PSG Lyss verliert der TVB in fremder Halle mit 23:27 (15:14) – und dies völlig unnötig.

Der Start in die Partie gelang den Gästen ansprechend. Dank zwei schnellen Toren von Marc Bruder und einem herrlichen Treffer von Ramon Rubitschung lag der TVB früh 3:1 in Führung. Danach liess aber die Konzentration einige Minuten etwas nach, so dass der Gastgeber das Spieldiktat übernahm. Die etwas offensive Abwehr der Seeländer zwang die Balsthaler im Angriff zu viel Laufarbeit und schwierigen Pässen. Erst eine Auszeit der Einheimischen unterbrach deren Lauf beim Stand von 8:6 für Lyss (17. Minute). Was folgte, war die stärkste Phase des TVB. Innert 10 Minuten übernahm der Gast die Kontrolle über das Spiel. Aus zwei Zählern Rückstand wurden durch herrliche Treffer von Mario Babic und David Bader plötzlich vier Tore Vorsprung (14:10/26.). Unnötige Ballverluste, Technische Fehler und Fehlwürfe in den letzten Minuten der ersten Hälfte brachten den Gastgeber dann aber wieder bis auf einen Zähler Unterschied heran.

 

Die Selbstzerstörung eingeleitet

Mario Babić war der erfolgreichste Werfer des TVB und traf gegen Lyss sechsmal. (Archivbild)Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel ruppiger. Die Seeländer hatten auf eine 6:0-Defensive umgestellt, verteidigten nun aggressiver und körperbetonter. Sehr zum Leidwesen der Thaler, die mit ihren Täuschungen und Spielzügen nun ein ums andere Mal auf die Verteidigung aufliefen. Immer wieder lag ein TVB-Spieler am Boden und musste sich auswechseln lassen – bei dem schmalen Kader von neun Feldspielern ein schwieriges Unterfangen, allen Akteuren genügend Pause einzuräumen. So übernahmen die Gastgeber wieder die Führung und bauten diese sogar bis zum 19:16 aus (39.)

Zu den Blessuren gesellte sich nun auch der Frust. Die Toleranzgrenze des Schiedsrichters war aus der Sicht einiger TVB-Spieler zu hoch angesetzt, und so suchten sie nun die Fehler beim Unparteiischen, statt bei sich selber. Nachdem sie kurzzeitig bis auf zwei Tore wieder an den PSG Lyss herangekommen waren (49./20:22), verloren die Gäste in der Folge komplett die Übersicht. Die Konzentration schwand gänzlich, anstatt motivierende Worte und Tipps zur Verbesserung, gab es von Seiten des TVB nur Gemecker und Gestänker gegen Gegenspieler und Schiedsrichter. Die Quittung folgte ausnahmsweise nicht in Form von Zeitstrafen, sondern Gegentoren: während die Seeländer fünf in Folge erzielten, gingen die Thaler leer aus. So war das Spiel in der 58. Minute beim Stand von 20:27 entschieden, auch wenn die Balsthaler in den beiden Schlussminuten noch etwas Resultatkosmetik betreiben konnten. Den Schlusspunkt setzte Cirill Vogel mit seinem Treffer zum 23:27.

Die Lehren schleunigst ziehen

David Bader musste wiedermal mehr einstecken, als dass er austeilen konnte. Trotzdem traf er fünfmal gegen die PSG Lyss. (Archivbild)Bei aller Kritik, es gab auch einige Lichtblicke. Allen voran sei hier die Leistung von Aleksandar Petrovic erwähnt, der ab der 42. Minute vor allem in der Defensive gegen die körperlich überlegenen Einheimischen resolut zu verteidigen wusste. Zufriedenstellend verlief aber auch das Comeback in der Meisterschaft von Torhüter Toni Bader aus, der sich eine Abwehrquote von beachtlichen 40 Prozent gutschreiben liess. Will der TVB aber sein Saisonziel (Ligaerhalt) erreichen, so müssen alle Spieler schleunigst etwas an ihrer Einstellung ändern. Die Balsthaler spielten gegen einen schwachen Gegner eine Halbzeit gut, sind dann aber in der Folge an sich selber gescheitert. Hätten sie weiter Handball gespielt, statt sich auf den Schiedsrichter und alles andere zu konzentrieren, stünden beim TV Balsthal nun acht Punkte auf dem Zählerkonto. Und mit acht Punkten wäre man punktgleich mit dem drittplatzierten Olten in der oberen Tabellenhälfte klassiert und nicht knapp vor den Abstiegsrängen.

Auch wenn mit Weihnachten die Zeit der Gaben bevorsteht, Geschenke hat der TVB bereits genug gemacht. Am nächsten Wochenende kann das Ziel nur lauten: sich selbst beschenken. Gegen den Tabellenletzten HBC Ins 2 zählt für den TV Balsthal nur ein Sieg. Zum Abschluss der Hinrunde spielen die Balsthaler wieder einmal im Sportzentrum Bechburg in Oensingen (Spielbeginn 18.00).

Schenken wir den Seeländern eine deutliche Niederlage: B.U.M. - BUUUUUM!

Aufgeschnappt

Marc Bruder (vor dem Spiel zu David Bader und Ramon Rubitschung): «Bei uns machen ja oft die mit einem B im Nachnamen viele Tore. Bruder, Bader, Babić, Bubitschung.»
Max Geier (in der Teamansprache vor der Partie, als ob er es geahnt hätte): «Die Schiris haben das Motzen nicht so gerne, deswegen sollt ihr die Klappe halten.»
Hassan Alfalih (Trainer der PSG Lyss): « In der ersten Halbzeit habt ihr unsere Verteidigung auseinandergenommen. Dann habt ihr euch aber selbst besiegt.»
David Bader (musste wieder einiges einstecken): «Ich hoffe, dass ich mit meinem Bein noch das Gaspedal drücken kann um nach Hause zu fahren.»

Telegramm:

3.Liga: PSG Lyss  – „s’Eis“ 27:23 (14:15).
 Lyss, Grien. – 40 Zuschauer. – SR: Philipp Blaser.  – Strafen: je 3mal 2 Minuten.

PSG Lyss 5: Francesco Witti (1.-30. /8 Paraden), Christoph Christen (31.-60. 7 Paraden); Silvan Andres, Sebastian Antener (1), Simon Christen (4), Roy Frieden, Marc Geissbühler, Andreas Gfeller (3/1), Thomas Marti (9/4), David Savoy (2), Pascal Scheidegger (4/1), Nico Schori, Sandro Stebler (3), Gábor Szabó (1). – Offizielle: Hassan Alfalih, Fabien Stähli.

TVB: Jonathan Bader (1.-60. /17 Paraden), Kay Stalder (ein Siebenmeter /0 Paraden); Mario Babić (6/2), David Bader (5), Marc Bruder (5), Michael Rogg (2), Silas Roos, Cirill Vogel (3), Ramon Rubitschung (2), Luis Volken, Aleksandar Petrovic. – Offizielle: Maximilian Geier, Dimitri Costa.

Bemerkungen: 41. Jonathan Bader hält Siebenmeter von Thomas Marti. TVB ohne Dimitri Costa, Lukas Scherrer, Simon Bader und Andreas Bucher (alle verletzt), Leandro Favaro, Marc Haefeli und Simon Grolimund (alle abwesend).

/dc

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